Land will Museum erst fördern, wenn Experten zustimmen
Salder Ministerium will Konzept bis Mitte 2013 auf „überregionale Relevanz“ prüfen lassen. Der OB verschiebt die Entscheidung.
Der Bau einer knapp 4 Millionen teuren Ausstellungshalle für das Mobilitätsmuseum in Salder bleibt weiterhin ungewiss. Das Land wird über die Bewilligung maßgeblicher EU-Fördermittel frühestens Mitte 2013 entscheiden. Zudem ist der Zuschuss an erhebliche Hürden geknüpft: Wie ein Sprecher des Kulturministeriums Freitag auf SZ-Anfrage mitteilte, sollen anerkannte Fachleute der nationalen und internationalen Museumsszene mitentscheiden, ob die geplante Schau rund um Industrie, Technik, Arbeit und Mobilität (Mitam) tatsächlich von „überregionaler Relevanz“ ist. Die Folge: Oberbürgermeister Frank Klingebiel wird die Entscheidung über das Millionenprojekt im Rat auf Ende Juni verschieben.
Der Verwaltungschef sagte der SZ Freitagabend: „Sind die Voraussetzungen für die entscheidende Förderung des Landes bis dahin nicht geklärt, sollte das Vorhaben von der Stadt nicht mehr verfolgt werden.“ Die nächsten Schritte will Klingebiel mit Kulturministerin Johanna Wanka bei einem Gespräch am 2. Januar in Hannover erörtern.
„Das Land steht einer musealen Darstellung von Mobilität sehr interessiert und offen gegenüber“, betonte Wankas Sprecher gegenüber der SZ. Vor allem angesichts gewichtiger Automobilindustrie in Niedersachsen sei die Bündelung anschaulicher Exponate an zentralem Standort sehr überzeugend.
Dennoch kann Salzgitter nach Ansicht des Ministeriums nur punkten, wenn sich Schau und Konzept maßgeblich unterscheiden von insgesamt 87 Sammlungen, die sich in Niedersachsen und Bremen mit Mobilität beschäftigen. Wanka will daher in der ersten Jahreshälfte 2013 gemeinsam mit dem Museumsverband Niedersachsen und Bremen eine wissenschaftliche Fachtagung einberufen. Dort sollen Vertreter aller Sammlungen, aber auch bundesweit und international anerkannte Experten die Voraussetzungen für die Einrichtung und einen Standort des Mobilitätsmuseums aus wissenschaftlich-fundierter Sicht befinden.
Wichtig sei, so der Ministeriumssprecher, dass sich das Projekt wirtschaftlich trage und als touristische Attraktion geeignet sei. Erst dann könne das Land Aussagen zur finanziellen Unterstützung des Mobilitätsmuseums in Salder treffen.
Ohne das Land sei das Museum nicht zu realisieren, daher akzeptiere er den Zeitplan des Landes, sagte Klingebiel der SZ. Ursprünglich sollte der Rat im Januar über die Ausstellungshalle fürs Mitam entscheiden, deren Kosten in Höhe von knapp 4 Millionen Euro zu mindestens 95 Prozent von Land, Stiftungen und anderen Sponsoren übernommen werden sollen.

