Einbrecher hinterließen „Spur der Vernichtung“
Lebenstedt Die Täter waren offenbar auf der Suche nach Geld. Sie brachen Türen auf, zerstörten Dutzende Glasscheiben, hebelten Schränke auf – und fanden nichts
Als der Schließdienst Dienstag gegen 22 Uhr Türen und Fenster der Emil-Langen-Realschule kontrollierte, war noch alles ruhig. Erst sieben Stunden später stieß der Hausmeister auf zehn brachial aufgebrochene, ramponierte Ein- und Durchgangstüren, Dutzende zerschlagene Glas- und Fensterscheiben, durchwühlte Büroräume, zerstörte Computermonitore und Kopierer. „Es war eine Spur der Vernichtung, die sich durch das Gebäude zog“, sagt Leiter Horst Klatte.
Als die Spurensicherer der Polizei eintrafen, stießen sie auf Glasvitrinen, die die Täter mit Feuerlöschern und schuleigenen Metallmülleimern eingeschlagen hatten. Garderobenschränke hatten die Unbekannten mit Werkzeug aus dem Arbeitsraum des Hausmeisters aufgehebelt. Die Flure waren übersät mit Glassplittern, im Lehrerzimmer, im Sekretariat und im Büro des Rektors bedeckten Akten den Boden – wüst herausgerissen aus Schränken und Regalen.
Die Zerstörung sei so groß gewesen, Spurensicherung und Aufräumarbeiten so aufwändig, dass die Polizei geraten habe, den Unterricht ausfallen zu lassen, erinnert sich Klatte. So entschied er sich, die rund 586 Schüler aus 22 Klassen wieder nach Hause zu schicken. Klatte und seine 34 Kollegen versuchten derweil, Ordnung in die Schneise der Verwüstung zu bringen, forderten Tischler und Glaser an. Den reinen Gebäudeschaden schätzen Experten derweil auf rund 12 000 Euro – doch entwendet wurde offenbar nichts. „Geldbeträge“, sagt Klatte, „bewahren wir nie im Gebäude auf“.
Die Täter seien wie in Raserei vorgegangen – wahllos, schnell, rabiat, rücksichtlos, in einer Mischung aus Beutesuche und Stolz auf große Zerstörungskraft, ahnt Klatte. Der Unterricht soll heute wie gewohnt stattfinden. Doch das Lehrerkollegium will das Gespräch mit den Schülern suchen, erhofft sich Hinweise auf die Täter. Die Einbrecher hätten Ortskenntnis offenbart, sagt Klatte. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um ehemalige Schüler gehandelt hat. Auch ein Racheakt sei möglich. Drohungen im Vorfeld habe es aber nicht gegeben.
Schon einmal, vor sechs Jahren wurde gleich zwei Mal in die Schule eingebrochen, erinnert sich Klatte. Doch damals seien Rechner und Computer gestohlen worden. „Eine solch zerstörerische, rohe Tat wie jetzt habe ich noch nie erlebt“, sagt der Rektor.
Unbeschädigt blieben die Fach- und Unterrichtsräume – sie waren abgeschlossen. Auch Caféteria und Mensa ließen die Täter aus: Hier zerstörten sie lediglich Außenfenster.
Die Polizei sucht nun dringend Zeugen der sicherlich lauten Tat in der etwas abseits gelegenen Schule. Wer sachdienliche Hinweise hat, wird gebeten, sie über Ruf 18972-15 zu informieren.


