Das Feuer ist aus
Lebenstedt Der Rat der Stadt Salzgitter beschloss mehrheitlich die Auflösung der Watenstedter Feuerwehr. Silvester ist Schluss.
Die Freiwillige Feuerwehr Watenstedt wird zum 31. Dezember aufgelöst. Der Rat der Stadt Salzgitter hat sich gestern dafür mehrheitlich ausgesprochen – wenn auch schweren Herzens, wie Feuerwehr-Ausschussvorsitzender Peter Ramacher (SPD) sagte. Dennoch gab es zuvor Gesprächsbedarf.
Wolfgang Jainta (CDU) nannte es „herzzerreißend“, Ehrenamtlichen sagen zu müssen, dass es nicht weitergehe. Man habe aber auch die Pflicht, die Feuerwehrleute zu schützen. „Sie fahren zum Teil zu zweit raus, und sie sind nicht ausgebildet“, verdeutlichte er. „Das ist in hohem Maße unverantwortlich.“
Ramacher verwies erneut auf die Fakten: Kein stellvertretender Ortsbrandmeister, Mangel an ausgebildeten Feuerwehrleuten, keine Atemschutzgeräteträger. Aufgrund der Fakten und der Sachlage gebe es keine andere Möglichkeit. Ramacher: „Es fällt mir dennoch schwer.“ Seine Parteikollegin Maria Mämecke ergänzte: „Man kann sich nicht über bestehende Gesetze hinwegsetzen.“
Es habe sich ja nun doch etwas getan, argumentierte Marcel Bürger (Grüne) mit Blick auf neue Feuerwehr-Mitglieder in Watenstedt, ob man denn nicht noch einmal Aufschub gewähren wolle. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Daher enthielten sich die Grünen auch bei der Abstimmung zur Auflösung der Wehr.
Dies wiederum konnte Jainta nicht verstehen. Er warf Bürger vor, nicht Position beziehen zu wollen. Peter Ramacher erinnerte Bürger zudem daran, dass er im Feuerwehrausschuss kürzlich noch für die Einstellung der Watenstedter Wehr gestimmt habe.
„Wenn sich nichts ändert, dann stimmen wir auch für die Auflösung“, erwiderte Bürger darauf. „Aber es bewegt sich doch gerade etwas.“ Ramacher verwies allerdings darauf, dass es nicht allein auf die Anzahl der Mitglieder ankäme.
Schützenhilfe bekam Bürger von Hermann Fleischer (Linke), der ihm beipflichtete, es habe sich seit dem Auflösungsantrag im Frühjahr eine neue Situation ergeben durch Beitritte. „Das müsste noch einmal in den Fachausschüssen erörtert werden“, sagte er und empfahl eine Zusammenlegung mit einer anderen Wehr oder eine Auflösung für den Fall, dass sich nichts an der Sachlage ändere.
Auch Peter Kozlik (MBS) haderte mit dem endgültigen Aus. „Man sollte nichts unversucht lassen, die Feuerwehr Watenstedt zu erhalten“, sagte er. Die MBS kündigte ein Nein bei der Abstimmung an.

