Handy der Notfallseelsorge klingelt bis zu 40-mal im Jahr
Landkreis Wolfenbüttel Pfarrer Frank Ahlgrim ist neuer Koordinator der Seelsorge und damit Nachfolger von Markus Galonska
Frank Ahlgrim ist der neue Koordinator der Notfallseelsorge in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel. Der Pfarrer für Heiningen und Werlaburgdorf mit Gielde löst Markus Galonska ab, der diese Aufgabe seit 2003 inne hatte.
Hintergrund: Galonska, Gemeindereferent in St. Petrus und mit einer halben Stelle Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Göttingen, wird nach eigenen Angaben voraussichtlich im Sommer 2013 auf eine andere Stelle versetzt. Rechtzeitig und mit dem Ziel, noch eine Weile im Übergang unterstützen zu können, übergab er das Notfall-Handy am Freitag an Ahlgrim.
Das Mobiltelefon, über das im Jahr zwischen 30 und 40 Alarmierungen vermittelt werden, hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Die beiden Pfarrer in St. Johannis, Dieter Adam und Eckhard von Tomaszewski, hatten, so Galonska, in den 90er Jahren mit der Ortswehr Wolfenbüttel die Notfallseelsorge ins Leben gerufen und stets wechselweise die 24-Stunden-Bereitschaft übernommen.
Galonska, seit 2000 ausgebildeter Notfallseelsorger, übernahm 2003 als Koordinator und erweiterte nach und nach mit wechselnden Besetzungen das Team auf die rund zehn Pfarrer, die aktuell jeweils von Samstag bis Mittwoch oder von Mittwoch bis Samstag Bereitschaft haben.
Mit dazu kommt seit 2008 das Kriseninterventions-Team (KIT) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das vom Notfallseelsorge-Team ausgebildet wurde, mit ehrenamtlichen Kräften am Einsatzort unterstützen kann und inzwischen auch eine Bereitschaftszeit im Monat übernimmt.
Ahlgrim wird künftig für die Quartalstreffen der Aktiven und das Füllen des Dienstplans sorgen. Während der Zusammenkünfte ist Supervision ein wesentlicher Punkt, den Krankenhauspfarrer Volkmar Schmuck übernimmt und damit auch für den Austausch nach zuweilen belastenden Einsätzen sorgt.
Dazu können etwa Unfälle, Brände, Vermisstensuche, Evakuierungen und Suizide gehören. Verletzte und Angehörige von Getöteten werden ebenso betreut, wie Augenzeugen und Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr. Auch während der Grundausbildung dort schulen die Notfallseelsorger präventiv. Über den Einsatz in Ernstfällen entscheidet der jeweilige Einsatzleiter. Die Leitstelle Braunschweig erreicht über das besagte Handy per Rufumleitung stets den Diensthabenden.
Das Notfallseelsorge-Team sorgt selbst für die regelmäßige Fortbildung. Themen sind zum Beispiel das Überbringen einer Todesnachricht, oftmals gemeinsam mit der Polizei. Galonska bleibt auch nach dem beruflichen Wechsel zuständig für Einsatznachsorge bei Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst.

