Frost, Eis und Salz – für Tiere fast kein Problem
Salzgitter Eis, Schnee und frostige Temperaturen – Auch für Haustiere kann die kalte Jahreszeit ihre Tücken haben. Tiere mit wenig Fell sind besonders gefährdet.
Eis, Schnee und frostige Temperaturen – Gerade wenn es draußen nasskalt ist, ist der Winter keine Jahreszeit für lange ausgiebige Spaziergänge. Allerdings betrifft dies nicht nur uns Menschen, auch für Haustiere kann die kalte Jahreszeit ihre Tücken haben.
„Grundsätzlich ist die Kälte für Haustiere kein Problem“, sagt Tierarzt Bernhard Böer. Denn die Wohnungen seien geheizt und für ausreichend Nahrung werde durch die Besitzer gesorgt. „Werden die Tiere draußen gehalten, verhält es sich jedoch anders“, sagt der Tiermediziner. Vor allem Hunde würden dann unter den Verhältnissen leiden. „Das sind Rudeltiere. Sie alleine zu halten grenzt beinahe an Quälerei“, sagt Böer. Würden die Tiere dennoch in Zwingern gehalten, sollte darauf geachtet werden, dass der Unterschlupf winddicht, trocken und isoliert ist, damit das Fell nicht feucht wird und es die Tiere warm haben. Selbiges gelte auch für Kaninchen und Meerschweinchen, die ganzjährig im Freien gehalten werden, rät der Deutsche Tierschutzbund.
„Die Nässe ist das größte Problem“, sagt Böer. Werde das Fell nass, kühle der Hund schnell aus. „Richtig gefährlich ist es zwar nicht, aber der Gesundheit des Tieres auch nicht zuträglich“, weiß der Tiermediziner. Im vergangenen Winter hat er einen Hund behandeln müssen, der in einen See eingebrochen war und von der Feuerwehr stark unterkühlt gerettet worden ist. „Das Tier hat überlebt. Dennoch sollten die Besitzer darauf achten, dass wasserliebende Hunde jetzt nicht in die Gewässer springen“, sagt Tierarzt Böer.
Der Tierschutzbund weist darauf hin, dass das Fell von Hunden als natürlicher Wärmeschutz vollkommen ausreiche. Von Winterbekleidung für die Hunde raten die Tierschützer ab. Allenfalls kranke oder ältere Tiere würden einen tiergerechten Kälteschutz benötigen. Tierarzt Böer sieht das nicht so. „Gerade Tiere mit keinem oder nur wenig Fell brauchen bei sehr kalten Temperaturen einen adäquaten Schutz“, sagt dieser.
Mit Blick auf das Gassigehen geben die Tierschützer und der Tiermediziner den Rat, die Spaziergänge kurz zu halten. „Wenn der Hund zu zittern beginnt, friert der Hund bestimmt“, sagt Böer.
Der Tierarzt rät auch, die Pfoten der Hunde zu pflegen. „Als Schutz bietet sich neben Pfotenbalsam auch Melkfett an“, sagt Böer. Damit werde verhindert, dass die Ballen der Pfoten durch Salz und Kälte zu stark belastet würden.
„Nach jedem Spaziergang sollten die Pfoten in jedem Fall mit lauwarmem Wasser gereinigt werden“, empfiehlt Böer. Denn gerade im Fell zwischen den Zehen könnten sich Feuchtigkeit und Salze festsetzen. „Im schlimmsten Fall kann es hier zu Ekzemen kommen“, informiert der Tierarzt. Böer rät auch darauf zu achten, dass die Hunde keinen Schnee fressen. „Gerade bei empfindlichen Tieren kann es zu einer Schneegastritis kommen“, erläutert er. Diese Magenschleimhautentzündung sei ebenfalls nicht bedrohlich, führe aber zu Durchfall und Erbrechen bei den Tieren.
Besitzer von Katzen könnten im Übrigen beruhigt sein, so Böer. „Wird den Tieren zu kalt, beenden sie ihre Ausflüge von ganz alleine“, sagt er. Allerdings sollte auch hier darauf geachtet werden, dass das Fell nicht nass wird.

