Friedliche Feiern und Brachial-Böllerei
Salzgitter Mehr als 30 Einsätze hielten über Silvester Berufsfeuerwehr und Polizei im Stadtgebiet auf Trab. Grund war vor allem Brachial-Böllerei.
Weil Unbekannte entzündete Knaller achtlos in Papiercontainer warfen, kam es allein dort zu elf Löscheinsätzen der Feuerwehr. Zudem griff das Feuer aufgrund des milden, aber auch windigen Wetters oft auf Hecken an Hausgrundstücken über. Am Ende bilanzierten Feuerwehr-Einsatzleiter Martin Stenz und der zuständige Dienstschichtleiter der Polizeiinspektion Salzgitter, Dirk Täge, ein für Silvester gewohnt „hohes Arbeitsaufkommen“, aber keine außergewöhnlichen Vorfälle.
Während die meisten Silvesterfeiern friedlich verliefen, mussten Feuerwehr und Polizei immer wieder Zerstörungswut ahnden und die Folgen bekämpfen. So wird ein 16 Jahre alter Jugendlicher aus Salzgitter verdächtigt, in der Silvesternacht den Flur eines Mehrfamilienhauses in der Brucknerstraße beschädigt zu haben. Der junge Mann soll mit einem roten Filzstift die Wände in mehreren Etagen des Treppenhauses beschmiert haben. Der Schaden wird auf mindestens 1000 Euro geschätzt.
Zudem musste die Feuerwehr im gesamten Stadtgebiet Containerbrände löschen. So steckten Unbekannte mit Böllern um 18.03 Uhr in der Leibnizstraße einen Altpapierbehälter in Brand. Das Feuer griff auf drei weitere Container über, eine Altkleidersammlung wurde beschädigt. Schaden: rund 1000 Euro.
Der nächste Einsatz folgte gegen 20.45 Uhr im St.-Andreas-Weg. Auch hier brannte ein Papiercontainer nach einem Böllereinwurf. Die Flammen griffen auf einen Holzzaun über, der ebenfalls beschädigt wurde. Der Schaden wird auf rund 800 Euro geschätzt.
Um 21.45 Uhr warfen in der Schubertstraße zwei bislang unbekannte Kinder einen Silvesterböller in einen Altpapiercontainer. Als der Kracher detoniert war, liefen sie davon. Einige Minuten später geriet der Container in Brand, die Berufsfeuerwehr musste löschen. Der Schaden liegt bei 500 Euro.
Gegen 2.49 Uhr brannten am Maangarten in Hallendorf zwei Altglas-, zwei Altpapier- und ein Altkleidercontainer. Durch Übergreifen des Feuers wurden auch sechs Meter eines Jägerzauns sowie ein Holzzaunelement eines angrenzenden Grundstückes beschädigt. Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr und die Ortswehr Hallendorf. Der Schaden wird auf 5000 Euro geschätzt.
Häufig ramponierten brachiale Böller-Fans auch Postbehälter. So sprengten unbekannte Täter gegen 0.48 Uhr zwei Briefkästen eines Mehrfamilienhauses in der Berliner Straße. Anwohner hörten einen sehr lauten Knall. Als sie im Treppenhaus nachsahen, stießen sie auf zwei völlig zerstörte Briefkästen, die am Boden lagen. Über die Höhe des Schadens konnten noch keine Angaben gemacht werden. In einem weiteren Fall hatte gegen 23.05 ein im Flur gezündeter Böller die Brandmeldeanlage im 14. Stockwerk eines Hochhauses an der Straße Riesentrapp ausgelöst. Zu einem durch Böller ausgelösten Schornsteinbrand kam es gegen 0.30 Uhr in der Hirschberger Straße.
Durch Feuerwerkskracher entzündeten sich auch Hecken in Wohngebieten. Wie Einsatzleiter Stenz berichtete, hatten die Feuerwehrleute bereits drei Minuten nach Mitternacht An der Krähenriede 35 Meter einer in Brand geratenen Koniferenhecke zu löschen. Da das Feuer auf die angrenzende Gartenlaube und ein Mehrfamilienhaus überzugreifen drohte, mussten die Helfer in der Not mit drei C-Rohren und Atemschutz vorrücken.
Doch nicht nur Böller, auch Nachbarschaftsstreitigkeiten beschäftigten die Polizei. Die Beamten mussten Silvester gegen 12.50 Uhr einschreiten, als sich zwei Mieter in einem Mehrfamilienhaus in der Suthwiesenstraße wegen allzu lauter Musik in die Haare gerieten. Eine 46-jährige Frau hatte die Polizei alarmiert, weil sich der unter ihr wohnende 37-Jährige allzu stark beschallen ließ. Daraufhin klingelte der Mann bei ihr und ohrfeigte sie gleich mehrfach an der Haustür. Das Opfer musste laut Polizei wegen starker Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen.



