Friedhelm Vree bedauert Lädchen-Schließung
Elbe Groß Elber Politiker würde das Geschäft in der alten Schule gern retten. Die Rücklagen der Gemeinde sinken 2013 weiter.
Als das kleine Elber Lädchen im Januar 2010 öffnete, sprach Bürgermeister Friedhelm Vree von einem Experiment. Das ist nach knapp drei Jahren vorerst beendet. Das Lädchen in der alten Groß Elber Schule schließt zum Jahresende.
„Wir sind der Bäckerei Warnecke als Pächter schon entgegengekommen, aber das Geschäft lohnt sich für die Firma nicht“, bedauert der Bürgermeister. In seiner Gemeinde gehe damit einmal mehr ein Stück Infrastruktur verloren. Es sei denn, es finde sich ein neuer Betreiber für die einzige Einkaufsmöglichkeit in Groß und Klein Elbe.
Weil die zu wenig genutzt wurde, übernehmen jetzt wieder Verkaufswagen die Versorgung der Bürger, die nicht zum Supermarkt im Umland fahren können. „Zumindest in Gustedt gibt es noch eine Einkaufsmöglichkeit an zwei Tagen in der Woche“, erklärte Vree.
Er weiß natürlich, dass neue Bürger auch nach der Versorgungslage im künftigen Wohnort suchen. Vree ahnt, dass die Gemeinde trotz aller Vorzüge schlechte Karten in Zeiten des demografischen Wandels hätte.
Dass der an seiner Gemeinde vorbeigehen möge, wäre einer der Wünsche, die Friedhelm Vree als Bürgermeister für 2013 äußern würde.
Und die anderen beiden Wünsche? „Neue Ladenpächter finden“, das liegt natürlich auf der Hand. „Und weitere Bauplätze verkaufen“, ergänzte Vree. Von denen gebe es noch fünf im Gustedter Neubaugebiet im Dehnefeld. Dort müsse aber wohl auch der Endausbau der Straße in Angriff genommen werden. „Wir können ja nicht warten, bis alle Flächen weg sind.“
In den anderen Orten der Gemeinde gebe es zwar noch Baulücken, aber Friedhelm Vree würde die ungern zubetonieren lassen. Zum dörflichen Ortsbild gehören für ihn auch Gärten. So wie der Pfarrgarten, in dem einst der Dorfgeschichtsverein Obstbäume gepflanzt habe. Nicht für Vree ist das ein Kleinod.
Überhaupt das Vereinsleben, dass sei ein Pfund, mit dem Elbe auch künftig wuchern könne. „Wir haben zum Beispiel fünf Chöre, die hoffentlich noch lange singen, und in Klein Elbe einen Musikverein.“ In Gustedt sei die Reitsparte und das Kinderturnen im Sportverein sehr stark
Die Gemeinde unterstütze vor allem die Jugendarbeit, auch in den Sportvereinen wie SVI und TTC Klein Elbe sowie bei der Feuerwehr.
Viel mehr gehe eben nicht, im Haushalt der Gemeinde werden die Rücklagen angegriffen. „Bei den Hebsätzen sind wir eigentlich gezwungen, uns am Landesdurchschnitt zu orientieren“, erklärt Vree. Denn wer weniger Grundsteuer als der Schnitt erhebe, müsse höhere Umlagen an Samtgemeinde und Kreis zahlen.
Angesichts dieser Abhängigkeiten wundert sich Vree nicht, dass vielerorts immer offener das Modell der Einheitsgemeinde favorisiert wird. „Es wäre schön, wenn wir eigenständig weiter entscheiden könnten, aber es geht wohl doch in Richtung der alles regelnden Einheitsgemeinde“, dachte Vree laut.

