Fliegende Hamburger, Stockbrot und noch viel mehr
Salzgitter Die 28. Spielzeugbörse und der Adventsbasar auf dem Schlossgelände in Salder lockten viele Neugierige an.
Das Dampftrecker-Modell aus blitzblank poliertem Messing ist ein echter Hingucker am Stand von Jens Keppler. Aber auch die anderen originalgetreuen Nachbildungen diverser Fortbewegungsmittel und historischer Blechspielzeuge, die der Bielefelder präsentiert, erzielen durchaus ihre Wirkung.
An einem der Nachbarstände wird der „Fliegende Hamburger“ angeboten. Ein Zug, der vor dem Krieg zwischen Berlin und Hamburg pendelte und nach 1945 in der französischen Besatzungszone eingesetzt wurde.
Am Wochenende kommen viele interessierte, fachkundige oder einfach nur neugierige Besucher zur mittlerweile 28. Spielzeugbörse in den ehemaligen Kuhstall des Schlossmuseums in Salzgitter-Salder „Ich bin schon seit einigen Jahren regelmäßig hier – das ist ein fester Termin in meinem Kalender“, sagt Jens Keppler. Rein geschäftlich gesehen lohne sich das allerdings nicht.
Der Internet-Handel habe leider einiges kaputt gemacht. Doch was mehr zähle sei der fachliche Austausch unter den rund 40 Ausstellern und die angenehme und freundschaftliche Atmosphäre unter den Ausstellern, so der 58-jährige. Und die bekommen auch der sechsjährige Milan und seine zweijährige Schwester Lara, die mit ihren Großeltern gekommen sind, gleich zu Beginn zu spüren. Museumschef und Mitorganisator Broder-Heinrich Christiansen höchstpersönlich liefert den beiden Schokoladen-Bonbons im weihnachtlich bestückten Waggon seiner englischen Modell-Eisenbahn.
Für Christiansen ist die gute Mischung aus „Guck- und Fachpublikum“ das Besondere an der Spielzeugbörse – letzteres reist aus ganz Norddeutschland an. Auch der Adventsbasar mit handwerklichen Spezialitäten nebenan und im Stallgebäude über den Hof findet einige Liebhaber und Schaulustige.
Erstmals in diesem Jahr dabei ist Porzellan-Malerin Lotte Dittrich aus Hildesheim. Die Apothekerin im Ruhestand hat sich voll und ganz dieser speziellen Kunstform verschrieben. „Das ist sicher ein eher ausgefallenes Hobby“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich bin froh, dass ich davon nicht meinen Lebensunterhalt bestreiten muss.“ Die 70-Jährige gebürtige Sächsin verziert bevorzugt Teller oder Tassen mit Kurrendesängern aus dem Erzgebirge.
Auch Tischler Heinrich Tilch aus Sehlde präsentiert stolz seine Leidenschaft. Von der hölzernen Tulpe über den Brummkreisel bis hin zum Zunftwappen reichen die feinen Drechselkünste.
Auf dem Hof gibt es eine eher überschaubare Anzahl von Weihnachtsmarkt-Ständen und auch das Kasper-Theater (Lahberger Märchenbühne), das bei den Kleinsten für beste Erheiterung sorgt. Richtig eingeheizt wird bei Schmied Karsten Guhrmann oder bei Studentin Carina Vahldieck, die das schmackhafte und überaus beliebte Stockbrot über dem offenen Feuer anbietet.

