„Eine ganze Sozialpädagogen-Stelle wäre optimal“
Salzgitter Personalrat, Eltern und Schüler in Fredenberg fordern dauerhafte sozialpädagogische Arbeit an der Hauptschule.
Eigentlich ist die Tafel in der Schulstation gedacht, um neue Angebote für die 240 Schüler der Hauptschule Am Fredenberg (HSF) zu entwickeln. Jetzt aber hängt dort lediglich eine Stellenanzeige: „Sozialpädagoge(in) gesucht!“
Ob sich Susanne Kohl, die zu dem Vorgang nichts sagen möchte, auf diese Anzeige freiwillig bewerben würde, dürfte eher unwahrscheinlich sein. Dabei ist sie eigentlich schon seit 2003 auch für die HSF zuständig, arbeitet jedoch nur an der Gottfried-Linke-Realschule. Jetzt soll sie tatsächlich zwei Schulen betreuen.
Denn seit Oktober ist die Position an der HSF nun schon vakant, die weitaus mehr als nur ein Halbtagsjob sei, berichtet Personalrats-Vorsitzende Christiane Atwee. Kohl soll nun im Februar mit ihrer Arbeit in der Hauptschule beginnen.
„Bis Oktober hatten wir an der HSF nur eine Anerkennungspraktikantin, die von Frau Kohl unterstützt wurde“, berichtet Personal-Ratsvorsitzende Christiane Atwee im Gespräch mit einigen Mitgliedern des Schulvorstands. Die sei zwar sehr engagiert gewesen, bestätigten auch die Schüler im Vorstand. Nach neun Monaten ende aber eben jedes Praktikum.
Doch ein wirkliches Vertrauensverhältnis zwischen Sozialpädagogen und Schülern, das müsse nach Auffassung von Lehrervertreter Arne Hinke über Jahre wachsen. „Jeder Sozialpädagoge hat sein langfristiges Konzept“, so Hinke. Das habe an der Hauptschule Am Fredenberg nie funktioniert, weil es immer zeitlich begrenzte Stellen gab. Wenn Susanne Kohl im Februar 2013, wie bisher geplant, nur für ein halbes Jahr zur Hauptschule abgeordnet werde, sei dies erneut der Fall.
Kann es für die HSF und Kohl nach all diesen Diskussionen überhaupt noch eine Zusammenarbeit geben? Für Alexandra Kulyk, die Leiterin der Realschule, bietet die Abordnung auch Chancen für die Nachbarschulen, beispielsweise zu schulübergreifenden Projekten.
Sie glaubt nicht, dass die Linke-Realschule ausschließlich mit Susanne Kohl planen kann. „Es war von Anfang an klar, schon 2003, dass sie für beide Schulen zuständig ist. Wir wussten, dass wir irgendwann auf die Hälfte ihrer Arbeitsleistung verzichten müssen“, bekannte Kulyk. Es sei schlichtweg nicht genügend Geld da.
Dennoch: In einem offenen Brief wenden sich Personalrat, Eltern und Schüler der HSF jetzt an Stadt und Landesschulbehörde. Kontinuierliche sozialpädagogische Arbeit könne nicht mit einer Abordnung für nur ein Schuljahr gelingen, heißt es da.



