Die Asylbewerberunterkünfte sind nicht ausgelastet
Salzgitter Die Asylbewerber- und Obdachlosenunterkünfte der Stadt sind seit ein paar Jahren nicht mehr ausgelastet. Einige Einrichtungen wurden geschlossen.
Weiter plant die Stadt, die Trennung zwischen Bereichen für Obdachlose und Asylbewerber sowie Spätaussiedler aufzuheben.
Die Rats-Fraktion der Grünen hat dazu einen Antrag eingebracht, den der Rat mehrheitlich befürwortete. Demnach sollen die Gruppen nicht gemeinsam und auch nicht gemeinschaftlich untergebracht werden, wie Fraktionsvorsitzende Christa Garms-Babke forderte. Kritik übte sie auch an den Unterkünften. „Unter sozialen und energetischen Aspekten sind die Unterkünfte unzulänglich“, sagte sie und sprach von einem „lagerähnlichen Charakter“, der durch viele leerstehende und teilweise abbruchreife Holzbaracken verstärkt werde.
„Die Menschen sollten dezentral im Stadtgebiet in Wohnungen untergebracht werden“, schlug sie vor. Damit solle die gesellschaftliche Einbindung gefördert und eine Stigmatisierung verhindert werden. Denn manche Einrichtungen lägen außerhalb, die dort Untergebrachten könnten sich nicht geschützt fühlen und hätten auch keine Privatatmosphäre. „Das ist einer kinder- und familienfreundlichen Stadt nicht würdig“, befand Christa Garms-Babke.
Nun soll die Verwaltung „angesichts des Leerstands von 4000 Wohnungen“ prüfen, ob und wie eine dezentrale Unterbringung möglich ist – und welche Kosten entstehen. Rolf Stratmann (CDU) stimmte „vom Grundsatz her“ zu, wollte aber auch die Satzungsänderung zur Gebührenerhebung bewilligt wissen, weil man sonst Verluste habe.
Das wiederum wollten die Grünen nicht, da sie dort „enorme Kostensteigerungen“ ausgemacht hatten, wie Garms-Babke sagte, und man erst „im einzelnen gucken“ müsse. Dafür bat sie die Verwaltung, wegen dieser möglichen Verluste eine schnelle Prüfung vorzunehmen.
Der Vorlage der Verwaltung stimmte der Rat zu.
