The King´s Speech – Mit einem Quantum Unverschämtheit
Salzgitter-Bad Es muss nicht immer opulent sein. Ist das Bühnenbild auf wenige Effekte reduziert, entfaltet sich eine fesselnde Story mit exzellenten Schauspielern
So wird es der Großteil der Zuschauer in der Aula des Gymnasiums in Bad sicher auch wahrgenommen haben. Ohne Zweifel: Das Schauspiel „Die Rede des Königs“ (The King´s Speech) von David Seidler hätte ein volles Haus absolut verdient gehabt. Leider blieb etwa ein Viertel der Plätze unbesetzt.
Die Geschichte, die lange im Verborgenen schlummerte und erst durch den großen Kinoerfolg 2010 mit vier Oscars weltweit für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat, ist eine, die unter die Haut geht. Der stark stotternde George VI., der Vater der regierenden englischen Königin Elisabeth II., ist die Hauptfigur des Theaterstücks unter der Regie von Helmuth Fuschl. David Seidler, der Autor des Schauspiels, ist selbst Stotterer und hat sich den König, der mühevoll sein Stottern zu beherrschen lernte, zum Vorbild genommen.
Das, was Bond-Bösewicht Götz Otto, der smarte Steffen Wink und die anderen Akteure des Ensembles auch in Salzgitter auf die Bühne bringen, ist ebenfalls reif für eine Auszeichnung. Die Hauptrolle des von frühester Kindheit an stotternden Herzogs von York wird eindrucksvoll von Götz Otto verkörpert.
Das Stottern wird von Otto ohne Übertreibung dargestellt – fast authentisch. Mitleid erweckend quält er sich mit jedem Wort durch die Konversationen. An seiner Seite spielt Daniela Kiefer die kühle Herzogin von York, übrigens die Mutter der heutigen Regentin Elisabeth II (Queen Mum). Sie sucht und findet für ihren verunsicherten Mann in dem australischen Sprachtherapeuten Lionel Logue alias Steffen Wink jemanden, der ihrem Mann helfen kann.
Auf seine ganz unkonventionelle, unverblümte Art mit einem gehörigen Quantum Unverschämtheit schafft dieser es schließlich, dem stotternden Monarchen Selbstbewusstsein und Format einzuhauchen. Als nach dem Tode des Königs sich Alberts älterer Bruder und neuer König nicht standesgemäß verhält und abdankt, wird Albert zum König George VI. gekrönt. Die Krönungs-Zeremonie und die Radioansprache vor dem Hintergrund des Weltkriegs übersteht er mit der Hilfe des Sprachtherapeuten und neuen Freundes an seiner Seite.
Das Publikum spendete kräftigen Applaus


