Steinstaub rieselte von der Decke
Salzgitter-Bad Jürgen Prokop und Dietrich Mertens restaurierten den mit Sandsteinen aus der Teufelskirche gebauten Solekeller.
Im Keller des Tillyhauses in Salzgitter-Bad hat der Bürgerverein die Technik für das Gradierwerk untergebracht. Diese Technik lockt zahlreiche Besucher in den Solekeller, der nun renoviert wurde.
Der vor 500 Jahren verbaute Sandstein aus der Teufelskirche in der Nähe des Hasensprings im Vepstedter Erbschaftsforst bröckelte schon ein wenig, und die Fugen waren tief und schmutzig. Steinstaub und Kalk rieselten von der Decke.
Um das zu beenden, machten sich Jürgen Prokop (70) und Dietrich Mertens (78), die bereits das Gradierwerk und das Armtauchbecken pflegen, ans Werk: 60 Stunden hat jeder von ihnen inzwischen im Solekeller des Gradierwerkes gearbeitet.
Die Kosten: 600 Euro Material. „Es ist unglaublich, dass die beiden neben der Pflege der Anlagen im Rosengarten zusätzlich diese Arbeit erledigt haben“, staunt Joachim Sievers, Vorsitzender des Bürgervereins. Diesem Verein hat die Stadt für die Soletechnik den Keller zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Eine erste Kostenschätzung für die Renovierung des Kellers habe bei knapp 10 000 Euro gelegen, meinte Sievers.
Die beiden Männer haben alle Fugen per Hand nachgebessert. Außerdem wurde der Sandstein von altem Putz befreit und mit Spezialmitteln isoliert. Dann wurde der Keller zweimal gestrichen. „Das war eine Sysiphosarbeit“, kommentierte Dietrich Mertens den Einsatz. In den Ecken sind sie immer noch beschäftigt.
Erstaunlich bleibt für viele Besucher des Rosengartens nach wie vor, mit wie viel Eifer sich sowohl Prokop wie auch Mertens für die Erhaltung und die Sauberkeit rund um den Gradierpavillon einsetzen.
„Alles fing mit dem Schneiden des Reisigs für das Gradierwerk mit einer großen Mannschaft an. Dann wurden es aber immer weniger, die mithalfen, und so sind wir beide dann am Ende übrig geblieben“, berichtete Mertens, beklagte sich aber nicht, denn gemeinsam mit Jürgen Prokop klappe die Arbeit gut. „Auf eine Leiter steige ich nicht mehr. Das macht Jürgen“, sagt er und schmunzelt.
Jürgen Prokop freut sich, dass er nun einen sauberen Solekeller mit hellen Steinwänden während seiner Führungen präsentieren kann. Wie er berichtete, herrsche an der Technik für das Gradierwerk großes Interesse. „Jetzt im Winter sind es zwar weniger Besucher, doch das Interesse ist ungebrochen“, erzählt er.
Wer sich die Technik im Keller anschauen möchte, sollte sich bei der Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH (Wis) oder bei ihm persönlich unter Telefon (0 53 41) 39 58 78 melden.
