Kunst aus der Region im Tillyhaus
Salzgitter-Bad Ausstellungseröffnung mit Arbeiten aus dem Wettbewerb „Zeit“ der Braunschweiger Landschaft.
In der kleinen Galerie im Tillyhaus in Salzgitter-Bad ist bis zum 27. Januar Kunst aus der Region zu sehen. Die Arbeitsgemeinschaft Kunst der Braunschweigischen Landschaft eröffnete am Donnerstagabend eine Ausstellung mit Bildern und Skizzen zum Thema „Zeit“.
Sie beendete damit einen Wettbewerb, an dem sich 42 Künstlerinnen und Künstler der Region mit 94 Arbeiten beteiligt hatten. Zu sehen sind die von einer Jury ausgewählten Arbeiten, in denen das Thema besonders gut herausgearbeitet wurde.
Unter den Ausstellern sind auch die Künstler Helmut Lingstädt sowie Rolf Großjohann, Vorsitzender des „Spektrums“ in Salzgitter. Vorbereitet wurde diese Ausstellung von Stephanie Borrmann, die außerdem ein Skizzenbuch gestaltete, das die Ausstellung begleitet.
Zur Eröffnung kam Jörg Röhmann, Landrat des benachbarten Landkreises Wolfenbüttel und Vorsitzender der Braunschweigischen Landschaft, ins Tillyhaus im alten Solte. „Jetzt kommt ein Fremdling“, scherzte er, fühlte sich aber – wie einst Tilly – im Tillyhaus sehr wohl. Röhmann zeichnete die Preisträger aus: Monika Aumann (1. Preis) und Helga Kalversberg (3. Preis). Der 2. Preis wurde Ingo Lehnhof zuerkannt.
In die Thematik und die Arbeiten Salzgitters führte Fachdienstleiter Kultur, Jörg Leuschner, ein. Für ihn war interessant zu sehen, wie die Teilnehmer ein so anspruchsvolles abstraktes Thema künstlerisch umgesetzt haben. Die vorgestellten Arbeiten seien vollkommen unterschiedlich, sagte er. Sie reichten von Radierungen bis zur Fotografie. Die Inhalte und gestalterischen Formen ließen erkennen, wie unterschiedlich das Thema Zeit interpretiert werde.
Leuschner erläuterte die Arbeiten. Dabei verwies er auf das Bild von Helmut Lingstädt, der den sogenannten Göring-Schnuller zur Bildgestaltung nutzte und damit an die Gründung der Reichswerke 1937 erinnere, über die die Zeit hinweggegangen zu sein scheine. „Aber dieses Ereignis vergeht nicht so leicht, wie wir in Salzgitter wissen“, sagte Leuschner und verglich diese Arbeit mit einer Collage von Uwe Funke über den Angriff auf die Twin-Towers in New York. Auch da zeige es sich, dass sich das Ereignis vom 11. September ins Bewusstsein vor allem der Amerikaner eingebrannt habe. Rolf Großjohann zeige mit seinem im Licht verblassenden „Mövenkampf“ den zeitlosen Kampf um die Beute, ums Überleben, sagte er.

