Fagott-Musik mal anders: Quartett bringt Publikum zum Lachen
Salzgitter-Bad Ein humoristisches Kammerkonzert mit dem Fagott-Quartett „Fagotto Totale“ erlebten die rund 50 Zuschauer am Freitagabend in der Kniestedter Kirche.
Eingeladen hatte der Fachdienst Soziales und Senioren der Stadt Salzgitter. Für alle, die dachten, Kammermusik sei eine zutiefst ernste Sache, wurde hier ein amüsanter Gegenbeweis angetreten.
Die vier Männer, alle ausgebildete Fagottisten und Mitglieder der Staatsorcheste Braunschweig und Hannover, brillierten mit ihrer unkonventionellen Aufbereitung mehr oder weniger klassischer Kompositionen. „Fagotto totale“ nimmt den eigenen Berufsstand auf die Schippe und holt das Fagott aus dem Schattendasein als Orchesterinstrument heraus.
Georg Renz führt kurzweilig durch das Programm und beweist gemeinsam mit Berthold Weber, Alfred Böhm und Florian Raß, dass das Fagott mehr kann als „Auspuff oder Clown des Orchsters“ zu sein. Die Musiker unternehmen mit ihrem Publikum ein kleines Musikstudium durch die Konzert- und Opernwelt vom Barock bis zur Moderne, spielen das Concerto B-Dur von Telemann genauso gewitzt wie das moderne Arrangement „Tango in Bayreuth“.
„Fagotto totale“ macht vor keiner musikalischen Epoche halt, klaut rigoros, adaptiert und arrangiert. Dabei heraus kommt ein anspruchsvoller Musikabend, der auch noch witzig und unterhaltsam ist. Die Zuschauer waren begeistert und erklatschten sich als Zugaben den „Hummelflug“ und einen Tango. Schade, dass nicht mehr Zuschauer gekommen waren und dieses ungewöhnliche musikalische Highlight erlebten.
