Extra-Bildung für Kinder bleibt gewährleistet
Calbecht Die Awo-Junioruniversität wird zum Jahreswechsel aufgelöst. Die Kinderuniversität startet wohl zum 1. März 2013.
Mobilität, Umwelt und Energie haben in der Region Tradition und Zukunft. Die Junior-Universität der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat sich dieser Themen angenommen. Sie war ein Aushängeschild der Stadt Salzgitter, die sich ja im besonderen um Kinder kümmern möchte. Nun wird die Awo-Junioruniversität zum Jahresende aufgelöst, noch bevor sie ihr zehnjähriges Bestehen im nächsten Jahr feiern kann.
Die Kooperation von Awo, Stadt und Ostfalia-Hochschule war im Oktober 2010 beschlossen worden. Der ehrenamtlichen Geschäftsführer der Uni, Dirk Bitterberg (Awo), glaubt, dass die Auflösung politischer Wille war. Zudem vermutet er finanzielle Gründe dafür. Denn die Angebote der Awo-Junioruniversität seien für kleine Gruppen und daher etwas kostspieliger. „Wir haben über Jahre versucht, eine Grundfinanzierung zu erreichen“, sagt Uni-Geschäftsführer Falk Hensel (Awo). Dass es diese nicht gab, habe auch langfristige Projekte verhindert.
Die Stadt beteiligte sich bisher mit 40 000 Euro jährlich, Sponsor war auch der Energieversorger WEVG mit zuletzt 25 500 Euro Zuschuss. Da die Einrichtung auf diese Zuschüsse angewiesen war, konnte sie nach Aufkündigung der Kooperation durch die Stadt in diesem September nicht überleben.
Die Gesellschafterversammlung wollte dann auch nicht bis Mitte 2013 weitermachen, wie von der Stadt angeboten, und so wurde von Seiten der Awo die Einstellung aller Aktivitäten bereits zum Jahreswechsel beschlossen. „Das hätte sonst das Ausbluten verlängert“, glaubt Bitterberg. Denn schon im August mussten die Unterrichtsräume verlassen werden, sie waren ersatzlos gekündigt worden.
Zuletzt hatte die Awo-Junioruniversität laut Hensel 7586 Teilnehmertage vorzuweisen. Insgesamt habe es in neun Jahren mehr als 1000 Veranstaltungen gegeben.
Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel weist den Vorwurf von sich, die Auflösung sei politischer Wille gewesen. „Er ist schon deswegen abstrus, weil wir dann das Prüfprojekt erst gar nicht gestartet hätten.“ Seiner Ansicht nach war einfach die Interessenlage der Partner zu unterschiedlich. Beide Seiten glätten aber die Wogen. „Wir haben uns nicht im Groll getrennt“, sagt Klingebiel, und Bitterberg und Hensel betonen, wie gut das Verhältnis zur Stadt Salzgitter sei.
Trotz des Aus für die Junior-Uni wird es weiter ein Hochschul-Angebot für Kinder in Salzgitter geben: die Kinderuniversität, eine Kooperation zwischen Ostfalia-Hochschule und Stadt Salzgitter. Klingebiel ist wichtig, dass das Angebot für Salzgitteraner Kinder gilt. Start könnte zum 1. März sein, wie der Vizepräsident der dann federführenden Ostfalia, Volker Küch, gestern sagte.
Das Angebot soll dezentralisiert werden, so dass in vielen Ortsteilen Familien Zugang zu dem Bildungsangebot haben, betont Claus-Peter Knabe, Leiter des Wirtschaftsreferats der Stadt Salzgitter. Die Ostfalia solle dafür aber keinen Zuschuss erhalten. Man plane auch mit bereits vorhandenem eigenen Personal auf beiden Seiten, sagte Knabe. Der Vertrag sei diese Woche erst unterschrieben worden.
Ostfalia-Vizepräsident Küch sagt, dass das Konzept noch abgestimmt werden müsse. Das Angebot solle jedoch inhaltlich das Spektrum der Hochschule abbilden, „ein klassischer Vorlesungsbetrieb“, wie Küch betont. Weiterhin gebe es das OASE-Programm der Volkshochschule Salzgitter, das auch noch ausgebaut werden solle.


