Martini Singers sorgen für eine Sternstunde der Kirchenmusik
Vallstedt Was macht ein Chor, der seit 25 Jahren besteht? Er gibt ein Konzert, in dem er zeigt, was er kann. Und die „Martini Singers Vallstedt“ können viel.
Davon konnten sich die über 100 Zuhörer überzeugen, die in die evangelische Kirche zu Vallstedt gekommen waren. Zum Jubiläum hatte sich der Chor an eine gewaltige Aufgabe herangewagt – und sie bestens gelöst.
Auf dem Programm stand ein Spätwerk von Gioachino Rossini (1792 bis 1868), das er 1863 komponiert und in aller Bescheidenheit „Petite Messe Solennelle“ (kleine feierliche Messe) genannt hat. Aufgeführt wurde es in Vallstedt von 31 Sängerinnen und Sängern, vier Gesangssolisten und zwei Instrumentalisten.
Die musikalische Leitung hatte Propsteikantorin Petra Mecke. Sie führte die „Martini Singers“ mitsingend, mit ihrem Lächeln ermunternd und fordernd zugleich. Unterstützt wurde sie von Christian Schulte am Klavier: Er hatte einen schweren Part übernommen.
Mal durfte er im Sinne des Opern-Komponisten Rossini wuchtig in die Tasten greifen, mal musste er sich in der Lautstärke zurücknehmen. Da hätte man sich als Zuhörer gewünscht, dass er zu einem Cembalo hätte wechseln dürfen. Mal spielte Christian Schulte im Dialog mit Ryoko Morooka, die im „Prélude religieux“ vor dem „Sanctus“ auf dem Harmonium auch als Solistin glänzen durfte.
Als Gesangssolisten hatte Petra Mecke ein Quartett gewonnen, das ohne Fehl und Tadel war. Dieter Müller ist sozusagen ein Kind der „Martini Singers“, denn er gehörte zu den ersten zehn Sangesstimmen, als dieser Chor zu Weihnachten 1987 gegründet wurde. Müller gefiel in Rossinis Werk mit seiner höhensicheren Bass-Stimme. Eric Stokloßa bewies mit seinem hellen Tenor im „Domine Deus“, dass er ein idealer Oratoriensänger ist.
Und dann die Frauenstimmen: Raphaela Mayhaus hat einen koloraturfesten Sopran. Sie sang das flehende „O salutaris“ mit ergreifender Ausdrucksstärke. Yvonne Albes blieb es vorbehalten, mit ihrer warmen Altstimme gemeinsam mit dem Chor das „Agnus Dei“ zu singen, das mit der Bitte „Gib uns deinen Frieden“ endet.
Das Publikum dankte allen Mitwirkenden mit langanhaltendem Applaus für eine Sternstunde der Kirchenmusik.
