„Kein gezapftes Bier mehr in Bettmar“
Bettmar Zum Jahresende schließt der „Grüne Jäger“ an der Bundesstraße 1. Damit gibt es ab dem kommendem Jahr keine Kneipe mehr in Bettmar.
Die Schließung des „Grünen Jägers“ bestätigt Pächterin Sigrid Mues auf Anfrage unserer Zeitung. „Hier ist zu wenig los“, sagt Mues. Schade sei das aber schon, sagt Mues, die seit knapp 40 Jahren im „Grünen Jäger“ gearbeitet hat.
Grund seien vor allem die vielen Vereinsheime, sagt Mues. „Insbesondere die Schützen und Feuerwehrleute sind früher hier reingekommen und bleiben jetzt aus.“ Als Vorsitzende des SV Bettmar ist Mues selber an einem der Vereinsheime beteiligt. Sie habe sich mit dem Vereinsheim aber nicht Konkurrenz für die eigene Kneipe gemacht. „Nur nach Heimspielen blieben einige Fußballer in der Kneipe“, sagt sie.
Wie es weiter gehe, sei noch offen, sagt Günter Hirt, Inhaber der Immobilie. „Ich würde das Gebäude am liebsten verkaufen.“ Er habe bereits einen Makler beauftragt, möglichst bis Ende des Jahres einen Käufer zu finden.
„Wenn sich die Immobilie nicht verkaufen lässt, muss ich zusehen, dass ich wieder einen Pächter kriege“, sagt Hirt. Denn er fürchte Vandalismus bei längerem Leerstand.
Bettmars Ortsbürgermeister Lothar Kothe sagt zum drohenden Ende des „Grünen Jägers“: „Das ist schon eine Einschränkung, dann gibt es kein gezapftes Bier mehr im ganzen Dorf.“ Die Bewohner des Dorfes würden sich freuen, wenn sich ein neuer Nutzer der Kneipe fände, ist sich Kothe sicher.
Auch der Versammlungsraum würde den Vereinen in Bettmar fehlen, sagt Kothe. „Wir müssen alle Veranstaltungen nun ins Dorfgemeinschaftshaus verlegen. Ich bin gerade dabei, einen Belegungsplan zu erstellen.“ Es werde in Zukunft aber schwer werden, insbesondere für Feiern noch Zeiten im Dorfgemeinschaftshaus zu finden.
Kothe sieht für den „Grünen Jäger“ allerdings nur eine Zukunft, wenn sich ein Anschlussnutzer findet. „Wenn die Kneipe einmal zumacht und dann neu geöffnet werden müsste, würden es Auflagen geben, die kaum zu erfüllen wären.“ So müssten dann beispielsweise die Toiletten nach EU-Richtlinie hergerichtet und eine Heizung eingebaut werden. „Das wird sich für einen Nachnutzer dann kaum rechnen.“


