Peiner Feuerwehr beklagt Mitgliederschwund
Peine Die Mitgliederzahlen sinken, der Bedarf steigt. Diese Entwicklung bereitet der Feuerwehr zunehmend sorgen. Ein Lichtblick: Die Frauen werden aktiver.
Wenn es brennt oder Menschen in einer Notlage sind, ruft man die Feuerwehr. Sie kommt und hilft – freiwillig, ehrenamtlich, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Doch die Mitgliederzahlen in der Feuerwehr sind rückläufig. Helge Schmidt, Sprecher der Kreisfeuerwehr Peine, beklagt: „Immer weniger Menschen sind bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren.“ Lediglich der Anteil der aktiven Frauen steige.
Dabei werde der Bedarf an Hilfe immer größer: „Wir sind immer im Einsatz – selbst wenn eine Katze auf dem Baum sitzt oder ein Vogel weggeflogen ist“, betont Schmidt und blickt zurück: Früher hätten sich die Menschen in Großfamilien oft noch selber geholfen, heute sei das kaum noch der Fall. Deshalb stelle sich die Frage, ob die Bürger bereit seien, selber zu helfen und bei Rettungsdiensten ehrenamtlich zu agieren – es gebe viele Möglichkeiten, so Schmidt.
Vor diesem Hintergrund hat das Innenministerium unlängst die Imagekampagne „Ja zur Feuerwehr“ ins Leben gerufen. Das Ziel: Freiwillige zu gewinnen. Zusätzlich sei – um den Mitgliederschwund etwas aufzufangen, die Altersgrenze von 62 auf 63 Jahre angehoben worden, erläutert Schmidt und gibt zu bedenken: „Was wäre denn, wenn es die Feuerwehr nicht gäbe?“
Das Anspruchsdenken auf Hilfe steige hierzulande, und die Kommunen rüsteten die Feuerwehren entsprechend den gesetzlichen Vorgaben aus. Aber was nütze die Technik, wenn das Personal fehle, so Schmidt. „Feuerwehr ist wie eine Versicherung: Gut, wenn man sie hat. Besser, wenn man sie nicht in Anspruch nehmen muss.“
Im Januar und Februar finden bei den meisten Feuerwehren im Landkreis Peine die Jahreshauptversammlungen statt. Für den Feuerwehrsprecher eine „gute Gelegenheit um Mitglied zu werden“, sagt Schmidt und nimmt gleichzeitig etwaige Ängste: „Jeder wird gebraucht und seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt“.
Der Landkreis Peine hat zurzeit 54 Ortswehren mit Grundausstattung, 18 Stützpunktwehren und zwei Schwerpunktfeuerwehren mit insgesamt 2810 aktiven Mitgliedern, darunter 295 Frauen.
Grund zur Freude ist laut Schmidt indes die Zahl der Kreisjugendfeuerwehren – derzeit ganze 48. Gerade seien drei Kinderfeuerwehren in Stederdorf, Groß Ilsede und Woltorf neu gegründet worden. Und nicht zu vergessen: Auch elf Musik- und Spielmannszüge mit 370 Mitgliedern stellt die Feuerwehr im Landkreis Peine.
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