Menü aus Passagen von Bach, Tschaikowsky, Orff und Elgar
Peine „David & Götz - Die Showpianisten“ gastierten am Freitagabend zum zweiten Mal im Peiner Forum, das ausverkauft war.
Wie bei einem Christstollen kommt es auch in einem Konzert auf die gute Qualität der Zutaten und die richtige Mischung an. „David & Götz - Die Showpianisten“ zum Beispiel haben sie gefunden. Ihr Erfolgsrezept heißt: ein bunter Stilmix aus mehreren Musikepochen, virtuos und humorvoll serviert.
David Harrington (39) und Götz Östlind (35) geben Gastspiele weltweit. Am Freitagabend machten sie in Peine Station. Das Forum war ausverkauft. Kaum hatten sie das erste Stück gespielt, da traten die jungen Männer an die Bühnenrampe und sagten: „Wir möchten nach Peine ziehen.“
Das muss man erklären. David & Götz gastierten zum zweiten Mal in der Kreisstadt, die meisten Zuhörer schon beim ersten Konzert dabei. Folglich fühlten sich die beiden Pianisten aus Hamburg auch diesmal hier wie daheim. Und was machten sie? Gut erzogen, dankten sie für die ersten Beifallswogen mit dem Udo-Jürgens-Hit „Vielen Dank für die Blumen“.
Unverkennbar ist, dass sie eine klassische Ausbildung erfahren haben: David Harrington am Klavier, zudem studierte er Gesang und Dirigat, Götz Östlind ebenfalls am Klavier, zudem promovierte er über „Kontrapunktik in der Filmmusik“. So war es nicht verwunderlich, dass Götz mit einer Eigenkomposition auch als Solist glänzte.
Aber ihr umfängliches Können wurde am besten in einem Klassik-Medley deutlich. Da machten sie aus Passagen von Johann Sebastian Bach (Toccata und Fuge d-Moll), Carl Orff (Carmina Burana), Peter Tschaikowsky (Pathétique) und Edvard Elgar (Pomp and circumstance) ein herrliches Menü, das den Zuhörern sozusagen köstlich mundete.
Ganz gleich, was sie vortrugen, ob nun Werke von Dvorak, Borodin (den Polowetzer Tanz Nr. 2 in einem Höllentempo), den Radetzky-Marsch, Scott Joplins Titelmusik aus dem Film „Der Clou“ oder die Ouvertüre aus Webbers „Phantom der Oper“, alles spielten sie ohne Notenvorlage technisch perfekt, die Akkorde wuchtig, die Pianissimo-Stellen mit kaum hörbarem Anschlag.
Beide singen auch, wobei David Harrington auch als Operetten-Buffo bestehen könnte. Beide erlauben sich auch kleine Albernheiten, wenn sie zum Beispiel, jeder vor seinem Flügel kniend, während einiger Takte die Tasten mit der Nasenspitze drücken. Ja, und dann der Höhepunkt des Abends, als sie das Publikum in ein Volkslied-Medley einbinden, das mit dem Titel „Die Gedanken sind frei“ endet.
Klatschmärsche und stehender Beifall. Zwei Zugaben.


