Leserin klagt über Ratten im Garten
VALLSTEDT Gemeinde verständigte Schädlingsbekämpfer – Er legte einen Giftblock aus und kontrolliert ihn in zwei Wochen
Ratten – allein das Wort lässt vielen Menschen einen kalten Schauer über den Rücken laufen, der Gedanke an die Pest ist nicht weit. Sehr wohl fühlen sich die Nagetiere nicht nur in der Kanalisation, sondern auch im heimischen Garten. Dort buddeln sie eifrig Tunnel und machen damit oft Beete, Blumen oder Pflanzen zunichte. Dann hilft häufig nur noch der Schädlingsbekämpfer.
Der hat heute auch Leserin Heike Heine-Laucke aus Vallstedt einen Besuch abgestattet. „Mitte Dezember hatte ich eines Morgens eine Ratte an der Hauswand entlanglaufen sehen, am nächsten Tag waren es schon zwei“, erzählt sie. „Das war mir unheimlich.“ Also verständigte sie die Gemeinde, die wiederum Schädlingsbekämpfer Gerrit von Wieding Bescheid gab.
Er suchte im Garten unserer Leserin nach Löchern oder Pfotenabdrücken von Ratten. Diese seien üblicherweise an der Hauswand zu beobachten, erklärt der 30-Jährige. Von Mäusespuren würden sie sich davon unterscheiden, dass Ratten gerade liefen und immer auf denselben Wegen unterwegs seien. Gefunden hat er jedoch erst einmal nichts. „Es kann sein, dass es entweder eine ganz frische Ansiedlung ist, oder dass es eine Späher-Ratte war“, erklärt er. Sie kundschaften das Gebiet aus, gucken, ob es geeignet ist für ein Nest. Für Ratten sei das Grundstück sowieso interessant: Wegen des Löschteichs, der gleich hinter dem Gartenzaun liegt.
Dann geht Gerrit von Wieding zu seinem Auto. Als er wiederkommt, trägt er eine anthrazitfarbene Plastikbox in den Händen – bestückt mit 100 Gramm Rattengift. Er legt sie unter einen Baum.
Das Gift wirkt zeitversetzt. „Die Tiere sterben erst nach fünf bis acht Tagen, nachdem sie es gefressen haben“, sagt von Wieding. Damit andere Ratten nicht gewarnt würden. Dass mittelgroße Hunde an so einem Block Gift sterben, ist übrigens nicht sehr wahrscheinlich. „Ein 15 Kilo schwerer Hund stirbt, wenn er insgesamt ein Kilo an einigen Tagen hintereinander frisst.“
Etwa Zweidrittel seiner Arbeit würde auf die Rattenbekämpfung entfallen, sagt Gerrit von Wieding. Das liegt wohl auch daran, dass man sich nicht richtig vor Ratten im Garten schützen kann. Grundsätzlich rät der Mann dazu, beispielsweise Gelbe Säcke nicht lange draußen stehen zu lassen. „Am besten hängt man sie in Garage oder Carport an einen Nagel in der Wand.“ Niemals sollten Essensreste auf dem Kompost landen.
In zwei Wochen wird der Schädlingsbekämpfer aus Visselhövede bei Walsrode wiederkommen. Um zu kontrollieren, ob jemand angebissen hat.


