Schul-Zusammenlegung von Woltwiesche und Broistedt möglich
Lengede Sinkende Schülerzahlen an den Grundschulen Woltwiesche und Broistedt haben Konsequenzen. Bereits im Februar sollen die Schulen zusammengelegt werden.
Im Falle einer Schul-Zusammenlegung würde die Grundschule in Woltwiesche zur Außenstelle der Grundschule Broistedt werden. Elternvertreter befürchten dadurch eine Benachteiligung und reagieren mit Protest.
Nötig wird die Zusammenlegung laut der Gemeinderatsvorlage, weil die Schulen im nächsten Jahr jeweils weniger als 180 Schüler unterrichten und unter dieser Grenze kein Konrektor mehr von der Landesregierung eingesetzt wird. Die jetzige Schulleitung in Broistedt könnte versetzt werden.
Um dem zu entgehen, soll die Gemeinde dem Hinweis der Landesschulbehörde folgen und die Grundschulen in Woltwiesche und Broistedt zusammenlegen. „Es würde sich dabei um eine organisatorische Zusammenlegung handeln, bei der die Schülerzahlen zusammenaddiert werden“, erklärte der Bürgermeister der Gemeinde Lengede, Hans-Hermann Baas auf Anfrage unserer Zeitung. Durch diese Maßnahme würde der neue Schulverbund die Schulleitung in Broistedt behalten können und Anrecht auf einen Konrektor haben, der wiederum in Woltwiesche arbeiten könnte. Seit Sommer 2011 ist die dortige Schulleitungsstelle ausgeschrieben und nur kommissarisch besetzt.
Für die Mitglieder des Schulelternrats der Grundschule Woltwiesche ist die geplante Zusammenlegung keine Lösung. „Die Gemeinde sieht die Nachteile nicht. Man würde uns die Schulleitung wegnehmen“, sagt Schulelternratsmitglied Sebastian Scheller. Er fürchtet, dass die räumliche Distanz Problemlösungen erschweren würde.
Die Schuleinzugsgebiete wären von der Zusammenlegung nicht betroffen. „Für die Schüler würde im Wesentlichen alles so bleiben, wie es ist“, versichert der Bürgermeister. Auch finanzielle Auswirkungen soll die Veränderung laut Beschlussvorlage keine mit sich bringen.
Die Zusammenlegung der Kollegien könnte dazu führen, dass sich Lehrer bei Bedarf innerhalb der beiden Schulen vertreten würden. Es hänge vom guten Willen der Beteiligten ab, so Hans-Hermann Baas, wie stark sich diese Veränderung bemerkbar mache. Elternvertreter Sebastian Scheller befürchtet durch die Zusammenlegung der Kollegien weitere Belastungen für die bereits überstrapazierten Lehrer.
Einen Nachteil der Zusammenlegung spricht Bürgermeister Baas selber an: Die Reduzierung auf einen gemeinsamen Schulvorstand, dessen Mitgliederzahl zwar wachsen, sich aber nicht verdoppeln würde. „Unser Mitspracherecht würde schrumpfen“, kritisiert Scheller.
Die endgültige Entscheidung soll der Lengeder Gemeinderat am 20. Dezember fällen. Die Mitglieder des Schulelternrats wollen mit einer Unterschriftenaktion und einer Demonstration am selben Tag gegen die Vorlage protestieren. Im Fall eines Beschlusses müsste die Niedersächsischen Landesschulbehörde die Maßnahme noch genehmigen.
