Neue Hoffnung für die Grundschule in Woltwiesche
Woltwiesche Die Grundschule in Woltwiesche soll nun doch eine eigene Schulleitung bekommen. Das teilte am Mittwochabend Bürgermeister Hans-Hermann Baas mit.
Er habe die Vorlage für die Ratssitzung am Donnerstag (18 Uhr, Rathaus Lengede, Vallstedter Weg 1) „Zusammenarbeit und Organisation der Grundschulen Broistedt und Woltwiesche“ zurückgezogen, teilt Hans-Hermann Baas in der Presseerklärung mit.
Nach den ursprünglichen Plänen der Verwaltung – nach Angabe des Bürgermeisters mit allen Parteien abgestimmt – sollte Woltwiesche wegen sinkender Schülerzahlen (unter 180) und des damit verbundenen Wegfalls der Konrektorenstelle im Jahr 2013 eine Außenstelle der Grundschule in Broistedt werden. Dagegen gab es Proteste von Eltern und Lehrern – zuletzt auch von der CDU/FDP-Opposition im Rat der Gemeinde Lengede.
Nach der Änderung der Pläne müsse die Landesschulbehörde nun umgehend die freie Schulleiterstelle der Ganztagsgrundschule Woltwiesche neu ausschreiben, so der Bürgermeister weiter. Die Schülerzahl als bestimmende Größe werde modernen Schulformen mit kompetenten Lehrern und Ganztagesbetrieb nicht gerecht. Schulen ohne Konrektoren seien zudem für potenzielle Bewerber auf eine Leitungsposition nicht attraktiv. Deswegen gebe es häufig nur wenige Bewerbungen.
Die 180er-Grenze müsse fallen, betont Hans-Hermann Baas und verweist auf einen bis heute unbeantworteten Brief an das Kultusministerium in Hannover, in dem er die Problematik erläutert hatte. Er habe den Brief Mitte November abgeschickt und zuletzt nur die Antwort bekommen, dass mit einer Stellungnahme in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen sei.
„In Sachen engagierter Grundschulpolitik und der notwendigen finanziellen Ausstattung müssen wir augenscheinlich auf die neue Landesregierung hoffen“, erläutert der Bürgermeister. „Darauf baue ich und ziehe, nach erneuten Gesprächen mit den Vertretern der Landesschulbehörde in Braunschweig heute, die Vorlage ‚Zusammenarbeit der Grundschulen‘ zurück.“ Ohne gutes Geld für die gute Arbeit der Schulleitungen werde man im ländlichen Raum den Wettbewerb um die engagierten Lehrer nicht gewinnen können.
In seinem Schreiben an Kultusminister Bernd Althusmann hatte Hans-Hermann Baas nach eigenen Angaben betont, dass moderne Grundschulkonzepte mit Ganztagsangeboten zwingend personell und damit auch finanziell gut ausgestattet werden müssen, sollten sie ihrer gesellschaftlichen Aufgabe gerecht werden können. „Engagierte Lehrer und pädagogische Fachkräfte haben wir. Sie verdienen aber eine ihrer verantwortungsvollen Arbeit angemessene Vergütung und Stellenanzahl, auch für Konrektoren.“
Es gelte, die zusätzlichen Aufgaben der Ganztagsschulen zu berücksichtigen sowie die Verantwortung für die kommende Inklusion aktiv anzunehmen – die Landespolitik müsse dafür die passenden Rahmenbedingungen schaffen, fordert Baas.



