Beteiligungsgesellschaft aus Hamburg übernimmt Stoll
Lengede Der Hersteller von Frontladern für Traktoren Stoll wird von der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Deutsche Mittelstand Beteiligungen GmbH übernommen.
Am Mittwochabend um 19.30 Uhr kam die Pressemitteilung: Der Frontlader-Spezialist Stoll mit Sitz in der Gemeinde Lengede wurde von der Deutsche Mittelstand Beteiligungen (DMB) GmbH aus Hamburg übernommen.
Stoll, mit mehr als 500 Mitarbeitern an den Standorten der Produktionsgesellschaften in Lengede, Irxleben und Polen, wird in der Information der Geschäftsführung als „führender Hersteller von Frontladern für Traktoren mit einem Umsatz von circa 80 Millionen Euro“, als „Marktführer“ oder als „der Hersteller mit dem breitesten Frontladerprogramm weltweit“ genannt. Warum dann ein Verkauf?
„Es war eine gewollte Übernahme zu 100 Prozent“, teilte am Mittwochabend Stoll-Geschäftsführer Sven Reinke auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Zum Verkaufspreis machte er keine Angaben. In der Pressemitteilung heißt es aber unter anderem: „Die DMB ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf ertragsstarke, mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum. DMB initiiert und strukturiert mehrheitliche Eigenkapitalbeteiligungen an Unternehmen mit einem Unternehmenswert von bis zu 50 Millionen Euro.“
Nach unruhigem Fahrwasser in den 90er Jahren („da war Stoll kurz vor der Insolvenz“) und der Krise 2008 sei der Verkauf schon länger geplant gewesen. Inzwischen sei Stoll ein profitables Unternehmen. „Wir wollen weiter wachsen“, sagte Sven Reinke. Es seien weitere Tochtergesellschaften im Ausland geplant. DMB verwalte für die E.R. Capital Gruppe aus Hamburg des Unternehmers Erck Rickmers die Beteiligung.
In der Pressemitteilung zur Übernahme wird der Beiratsvorsitzende der Stoll Gruppe, Kim Buchwald, zitiert: „Stoll hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich auf die Entwicklung, Produktion und den internationalen Vertrieb von Frontladern konzentriert. Die Gruppe verfügt über ein Portfolio qualitativ hochwertiger und fortschrittlicher Produkte und einen effizienten Herstellungsprozess.“
Und Dirk Tetzlaff, Geschäftsführer der DMB: „Stoll ist in den letzten Jahren stark gewachsen und wir wollen das Unternehmen dabei unterstützen, die internationale Expansion zukünftig noch stärker voranzubringen und die gute Marktpositionierung weiter auszubauen.“
Die Transaktion stehe unter anderem noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt, heißt es weiter. Sven Reinke rechnet aber nicht mit Problemen, da Stoll nicht von einem Mitbewerber übernommen worden sei.
Dokumentation aus der Pressemitteilung von Stoll zu den Protagonisten der Übernahme:
„Über Stoll: Die Stoll Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt mit über 500 Mitarbeitern Frontlader und Anbauwerkzeuge für Traktoren von 10 bis 300 PS. Mit den drei Frontladerlinien ProfiLine, EcoLine und CompactLine, in Verbindung mit einer großen Anzahl von Anbauteilen für die verschiedensten Traktormarken, ist Stoll der Hersteller mit dem breitesten Frontladerprogramm weltweit und kann somit die meisten Anforderungen der Kunden erfüllen.
Über DMB: Die DMB Deutsche Mittelstand Beteiligungen GmbH ist eine in Hamburg ansässige Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf ertragsstarke, mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum. DMB initiiert und strukturiert mehrheitliche Eigenkapitalbeteiligungen an Unternehmen mit einem Unternehmenswert von bis zu EUR 50 Mio. DMB verfolgt dabei eine Beteiligungsstrategie, die sich auf nachhaltige Wertsteigerung durch profitables Wachstum der Portfolio-Unternehmen konzentriert. DMB verwaltet und führt diese Beteiligungen für die E.R. Capital Holding, einer in Hamburg ansässigen Gruppe des Unternehmers Erck Rickmers sowie für weitere Co-Investoren.
Über E.R. Capital Holding: Die Unternehmen von Erck Rickmers sind unter dem Dach der E.R. Capital Holding zusammengefasst. Dazu gehören: Die E.R. Schifffahrt, eine Reederei und Schiffsmanagement-Gesellschaft in den Bereichen Container-, Massengut- und Multipurposeschifffahrt mit einer Flotte von 137 Schiffen. Die E.R. Offshore, ein Unternehmen zum Management von 13 Spezialschiffen für die Öl- und Gasförderung auf See. Die Investitionsgesellschaft Nordcapital, die in der Projektfinanzierung in den Bereichen Transport, Energie und Immobilien tätig ist und rund 140 Fonds im Volumen von über 6 Milliarden Euro für private und institutionelle Anleger aufgelegt hat sowie die für das Private Equity-Dachfondsgeschäft zuständige Gesellschaft equitrust. Die Gruppe beschäftigt über 4600 Mitarbeiter an Land und auf See.“

