Ausreisepflicht für Familie Hadzovic wurde verschoben
Lengede Es gibt eine Fristverlängerung für die Roma-Großfamilie Hadzovic. Eigentlich hätten einige Mitglieder bis zum 30. November ausreisen müssen.
Die Familie lebte nach der Flucht vor dem Krieg in Montenegro schon einmal 14 Jahre in Woltwiesche, zwei Kinder wurden hier geboren, sie gingen in den Kindergarten oder zur Schule. 2006 kehrte die Familie nach Montenegro zurück, um einer anstehenden Ausweisung zuvorzukommen. Dort lebte sie in einem Lager. Als das in diesem Sommer abbrannte, kam die Familie erneut nach Deutschland - in der Hoffnung endgültig bleiben zu dürfen.
Frühere Nachbarn und Freunde hoffen, dass die Familie erneut in Deutschland „geduldet“ wird. Wie Ulrike Ehlers hilft auch Andreas Sadlo, wo er kann. Für unsere Zeitung fasste er aus seiner Sicht den aktuellen Stand zusammen. Dabei stellt er offen fest: „Ohne die Möglichkeit den Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, sprich eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit auszuüben, sieht es sehr schlecht aus.“ Ein weiteres Problem könnte die Tatsache sein, dass die Familie in den vergangenen Jahren wieder für sechs Jahre in Montenegro lebte.
Der Termin für den „freiwilligen Grenzübertritt“ der Familie Hadzovic sei auf den 6. Dezember verschoben worden, so Andreas Sadlo. Das sei aber der Tag, an dem die Mutter Skurt Hadzovic ins Krankenhaus komme. „Im Anschluss an die Operation dürfte Frau Hadzovic erstmal nicht reisefähig sein.“
Der jüngere Sohn Semir besuche derweil weiterhin die Berufsbildende Schule in Vöhrum, die Tochter Senada die IGS Lengede.
„Der Sohn Sabedin hätte ein Praktikum in Lengede beginnen können“, berichtet Andreas Sadlo. Allerdings habe kein Versicherungsschutz bestanden, so dass der Betrieb doch wieder Abstand genommen habe.
Neben dem Asylfolgeantrag der Familie Hadzovic sei auch der Asylantrag von Sazana Zabeli, Lebenspartnerin von Sabedin, und deren Kindern abgelehnt worden. Gegen die Ablehnungen klage die Familie. Für Sazana Zabeli und die beiden Kleinkinder sei noch kein Ausreisetermin verkündet worden.
Für Vater Safet Hadzovic und den Sohn Sabedin werde versucht, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Ohne einen Nachweis über die Sicherstellung des Lebensunterhalts könne keine Eingabe an die Härtefallkommission erfolgen.
