Schulkinder besichtigten Groß Lafferder Wasserturm
Groß Lafferde Schüler der Klasse 4b der Johann-Peter-Hundeiker-Schule Groß Lafferde informierten sich in großer Höhe über die Geschichte ihres Dorfes.
Silvia Böhling stemmt sich mit ganzer Kraft in die massiven Eisenpedalen. „Ganz schön schwer, das alte Ding in Gang zu kriegen“, sagt sie. Aber dann schafft sie es: Knirschend und quietschend läuft das Trimm-Dich-Fahrrad aus Uropas Zeiten an.
Mit dem größten Vergnügen beobachten derweil die Schüler der Klasse 4b der Johann-Peter-Hundeiker-Schule Groß Lafferde, wie ihre Lehrerin Böhling munter in die Pedalen strampelt. Gemeinsam mit den anderen Klassen hatten rund 100 Kinder der Schule angesichts des 111. Geburtstages ihres Namensgebers Hundeiker einen Ausflug in den Wasserturm gemacht.
„Da staunt ihr nicht schlecht“, freut sich Ines Preikschas-Braun vom Heimat- und Kulturverein Groß Lafferde. Mit anderen Mitgliedern des Vereins führt sie die Schüler durch den Turm. „So ein Trimm-Dich-Gerät hat es sogar schon am Anfang des vergangenen Jahrhunderts gegeben.“ Und der Konstrukteur hatte sich auch noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen, und so ruft Lehrerin Böhling überrascht aus: „Da drehen sich nicht nur die Pedalen, auch der Sattel hebt sich immer wieder auf und ab.“
Der Groß Lafferder Wasserturm begeistert die Kinder jedoch nicht nur mit einem kuriosen Fahrrad: Auf fünf Ebenen zeigt er unterschiedlichste Ausstellungsstücke über die Geschichte der Ortschaft und der Region. Bevor es die zu sehen gibt, erinnert Heidemarie Eggert vom Heimat- und Kulturverein auf ihre ganz eigene besondere Weise an Geschichte: Sie hat in gestochen scharfer altdeutscher Schrift ein herzliches Willkommen an die alte Tafel mit Kreide geschrieben - da staunen die Kinder nicht schlecht. Das bleibt auch weiter so, als sie in Gruppen von Preikschas-Braun, ihrem Mann Reinhard, ihrer Mutter Ines Preikschas und Gerhard Meyer durch die fünf Etagen des Denkmals geführt werden.
„Der Turm wurde 1914 erbaut und sorgte bis 1954 für die Wasserversorgung des Ortes“, erklärt Reinhard Braun. „Warum hängt denn die Metallkugel mit dem Wasser in der obersten Etage in der Spitze des Turmes?“, lautet die Frage einiger Kinder. „Damit das Wasser beim Hinabfließen so viel Druck bekommt, dass es im Notfall ein Feuer an der Schule löschen konnte“, so Braun. Die ist immerhin mehrere hundert Meter weg. „Dafür wurde der Turm zunächst erbaut. Dann hat er den ganzen Ort mit Wasser versorgt.“
„Viele Jahre später wurde der Turm mit großem Spendenaufkommen der Groß Lafferder renoviert und ein Heimatmuseum eingerichtet“, berichtet Braun weiter. Wer es bis ganz nach oben schafft, kann auf einer Turmhöhe von rund 31 Metern bei schönem Wetter eine Rundum-Aussicht genießen vom Elm zum Harz über das Weserbergland bis nach Hannover.

