Die Hirten kamen als Bauarbeiter
Groß Ilsede Am Heiligen Abend führten die Groß Ilseder Hauptkonfirmanden ein Weihnachtsspiel auf.
Grüne Weihnachten und eine Familie, die sich nicht grün ist. Das kann ja heiter werden. Das wurde es auch. „Familienkrach am Heiligen Abend“ hieß das Weihnachtsspiel, das die Hauptkonfirmandengruppe in der evangelischen St.-Nikolai-Kirche in Groß Ilsede aufführte.
Das Stück fand im Rahmen der beiden Nachmittagsgottesdienste statt. „Wir feiern Weihnachten, dass Gottes Sohn einer von uns geworden ist“, sagte Pastor Walter Faerber in seiner Begrüßungsansprache. Das Weihnachtsspiel solle zeigen, was geschehen würde, wenn Jesus in unserer Zeit „in einer normalen Familie“ geboren worden wäre. Im Stück ist es die Familie Huber, bei der die schwangere Maria und Josef anklopfen, weil sie eine Unterkunft suchen. Doch die Hubers streiten sich Jahr für Jahr, wenn Weihnachten ist.
Wenn sie auch manchmal etwas zu schnell sprachen, so führten die 17 Hauptkonfirmanden (einschließlich des Beleuchters) im Alter von 13 und 14 Jahren das Schauspiel textsicher auf, ohne dass die Souffleusen eingreifen mussten.
Die Dialoge waren tagesaktuell. Und manche der insgesamt fünf Szenen waren so humoristisch, dass sie im voll besetzten Gotteshaus Lacher hervorriefen. Zum Beispiel, als die Hausmaus, die als Erzählerin durch die Geschichte führte, vom Weihnachtsmann ausgerechnet Katzenzungen geschenkt bekam.
Bauarbeiter, die unschwer an ihren blinkenden Westen zu erkennen waren, stellten die Hirten dar. Zu ihnen gehörte auch Pastor Faerber, der kurzfristig für einen erkrankten Jugendlichen eingesprungen war. Und der Engel, der kurz zuvor noch im Fernsehen verkündet hatte: „Der Retter der Welt ist geboren“, stand plötzlich auf der Erde vor den Bauarbeitern. Als die ihn fragten, wo er denn herkomme, antwortete er: „Ich komme von Gott.“
Natürlich sei Jesus nicht im Wohnzimmer der Familie Huber (wie im Stück dargestellt) geboren worden, „sondern in Bethlehem“, sagte Pastor Faerber anschließend in seiner Predigt. Es gebe zwei Arten von Weihnachtsstress. Die eine sei die Zeit der Vorbereitung, „damit das Fest schön wird“. Die andere sei die Art, „in der mit uns was Neues geschieht“.
Wenn die Engel Großeinsatz haben und Maria ihren Sohn unterwegs zur Welt bringen müsse, sei das aber „ein Stress voller Zuversicht“, sagte der Pastor. Weihnachten erführen die Menschen, dass man teilen müsse („den Gänsebraten in kleinere Stücke schneiden“). Das wussten auch die Gottesdienst-Besucher. Sie spendeten am Heiligen Abend für die Aktion „Brot für die Welt“.

