Film über Biohof reist um die Welt
Voigtholz-Ahlemissen Im Sommer drehte ein italienischer Filmemacher auf dem Biohof Lahmann in Voigtholz. Der 40-minütige Dokumentarfilm soll auf Festivals gezeigt werden.
Die ganze Welt war schon zu Gast bei Ulf Lahmann in Voigtholz: Neuseeländer, Letten, Amerikaner, sie alle kommen zum Wwoofen auf den Biohof in Voigtholz. Als im Sommer Dokumentarfilmer Ruggero de Virgiliis aus Italien zu Besuch war, nutzte Lahmann die Chance zur Umsetzung einer langjährigen Idee: Der 50-Jährige produzierte gemeinsam mit dem Regisseur einen Kurzfilm. Nun hat der Italiener das Material der dreiwöchigen Drehzeit verarbeitet und die 40-minütige Dokumentation unter dem Titel „Eine-Welt-Gärtnerhof“ fertiggestellt.
Ruggero de Virgiliis hat vor, vom kommenden Frühjahr an seine Arbeit auf Umwelt-Festivals vorzustellen: Zum Großteil in italienischen Städten, aber auch in Mexiko, Paris, Slowenien und natürlich Deutschland soll der Streifen laufen. Ulf Lahmann möchte zudem beim Betreiber des Braunschweiger Universum anfragen.
Ein etwa fünfminütiger Kurzfilm wird demnächst auf der Homepage des Biobauern zu sehen sein. Darüber hinaus arbeiten die Produzenten noch an verschiedenen Versionen: So soll es den Film künftig auch mit schwedischen, italienischen und spanischen Untertiteln geben.
Lahmann bringt sein Anliegen im Film verständlich und gut zum Ausdruck: Er möchte vormachen, wie es besser gehen kann – und so monologisiert der Voigtholzer nicht nur, er gibt Einblicke, lässt den Zuschauer an seiner vielfältigen Arbeit teilhaben.
Der Dokumentarfilmer hat den dreifachen Vater unter anderem bei der Arbeit auf dem Feld und in der kleinen Backstube begleitet. Er zeigt die beiden Praktikantinnen Anna-Birga Ostendorf und die Schwedin Kristina Hansen beim Pellen von Knoblauch oder beim Beikraut ernten. „Es ist mein Ansinnen, zu bilden – dieser Anspruch steckt noch immer in mir“, erklärt der ehemalige Lehramtsstudent im Film. Dann sind wieder Bilder von seinem Hof, den Flugenten, den Schweinen, den Kühen, die Turmfalken sind zu sehen, unterlegt mit instrumentaler Musik.
Lahmann spricht vom sinnvollen Leben, von dem amerikanischen Virus, der nicht ansteckend ist, von der Direktvermarktung, die ihm sehr am Herzen liegt, und er erinnert sich an die Anfänge 1986, als er kontrazyklisch einstieg: So habe er bei all den Schwierigkeiten all seine Hobbys zum Beruf machen können, sein Ziel umgesetzt, keine konventionelle Landwirtschaft zu betreiben.
Stolz erfüllt den 50-Jährigen, wenn er sich den Film ansieht. „Klar, es gibt Kleinigkeiten, die mich stören – aber die machen den Film eben auch aus“, erklärt der eigentlich bekennende Perfektionist. So flattern die Fliegen immer wieder durchs Bild und lassen sich auf dem Poloshirt des Hauptdarstellers nieder. „Alles, was zu sehen ist, haben wir nur einmal gefilmt. Es gab keine zweite Aufnahme“, betont Lahmann. Und eine Art Maske gab es selbstverständlich auch nicht – alles findet eben auf Naturbasis statt.
