Defektes Blaulicht, Auto springt nicht an – Kritik an Ausrüstung
PeineDer Mitgliederschwund bei der Freiwilligen Feuerwehr im Kreis Peine bewegt die Gemüter. Als Reaktion auf unsere Themenseite gab es Leser-Kommentare auf unserer Internetseite: Nach der Kritik an den Ausbildungszeiten, die wir gestern veröffentlichten, folgt heute ein Leser-Kommentar, in dem der Zustand der Feuerwehr-Ausrüstung bemängelt wird. Wir haben erneut den Sprecher der Kreisfeuerwehr Helge Schmidt gebeten, auf die Kritik zu antworten.
Unser Leser „Feuerlöscher“ schrieb folgenden Kommentar: „Selten so gelacht! Feuerwehren werden ausgestattet – mit was denn? Bei uns in der Ortswehr haben wir ein TSF (ein bei Freiwilligen Feuerwehren gängiges Einsatzfahrzeug, Anm. d. Red.) Baujahr 1980. Laut Vorgabe ist damit die Ortswehr noch ausreichend ausgestattet. Nur was bringt diese Ausstattung, wenn diese andauernd defekt ist? Auto springt nicht an, Sondersignalanlage versagt auf Alarmfahrt, Schläuche sind ebenfalls nicht das Beste, geschweige denn die modernen Klamotten und vieles mehr. Für ein neues Auto, welches schon länger geplant ist, ist schon seit Jahren kein Geld da, so wird dieses Projekt immer weiter geschoben. Kein Wunder, wenn die Kommune zu sehr verschuldet ist. So etwas spricht sich im Ort natürlich herum. Und wer möchte hier schon Dienst machen? Dann schaue man sich einige Stützpunkte an. Neue Fahrzeuge, neues Material, da ist es, nur woanders halt nicht. Da macht Feuerwehr halt keinen Spaß mehr.“
Helge Schmidt, Sprecher der Kreisfeuerwehr, sagt dazu: „Die etwa 200 Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Peine gibt es in allen Altersklassen – von ganz neuen bis hin zu solchen, die mehr als 30 Jahre alt sind.“ Die Fahrzeuge würden jedoch nur so lange betrieben, wie ihre Unterhaltung für die jeweilige Gemeinde wirtschaftlich sei. „Steigen etwa die Reparaturkosten ins Unermessliche, wird ein neues Fahrzeug angeschafft“, so Schmidt.
Wie schnell die Fahrzeuge ausgewechselt werden, hänge stark von ihrer Beanspruchung ab. Fahrzeuge einer Stützpunktfeuerwehr etwa würden weit öfter ausrücken als die einer Ortswehr. Demzufolge hätten die Stützpunkte meist auch neuere Fahrzeuge, da diese oft nach kürzerer Zeit ersetzt werden müssten.
„Und natürlich kann es auch passieren, dass ein Feuerwehrauto – wie jedes andere Auto auch – mal nicht anspringt“, sagt Schmidt. Das sei aber deshalb kein Problem, da im Ernstfall grundsätzlich immer zwei Feuerwehren alarmiert würden.
Genauso könne eine Sondersignalanlage, das sogenannte Blaulicht, mal ausfallen. „Ohne Blaulicht ist der Zeitverlust bei der Anfahrt zum Einsatzort jedoch nur minimal“, so Schmidt. Bei technischen Defekten könnten die Feuerwehren ihre Fahrzeuge bei der Feuerwehrtechnische Zentrale in Peine reparieren lassen. „Auch die Schläuche können dort regelmäßig ausgetauscht werden. Bei uns fährt keiner mit Material vom Hof, das nicht funktioniert“, sagt Schmidt.
Die Einsatzkleidung der Wehren entspreche den gesetzlichen Vorgaben und schütze die Freiwilligen ausreichend gegen Hitze und Nässe – sei es die ältere orange oder rote Bekleidung, oder die modernere blaue.


