4500 Dokumente geben Einblick in Gadenstedts Geschichte
Peine Die Heimatstube in Gadenstedt feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen mit zahlreichen Aktivitäten.
Längst vergessene Fotos, historische Dokumente und alte Objekte aus früheren Tagen – das alles bietet die Heimatstube in Gadenstedt, Am Thie 1. Die museale Einrichtung beziehungsweise die Heimatgruppe Gadenstedt feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen mit zahlreichen Aktivitäten.
„Mit einer Festwoche wollen wir das Dorfmuseum der Öffentlichkeit noch näher bringen. An verschiedenen Orten wird daran erinnert, was der Ort war und ist“, erklärt Karl Cramm, der zum erweiterten Vorstand gehört. Der Verein zählt zurzeit 140 Mitglieder. An der Spitze steht Vorsitzender Dieter Meyer, den momentan gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe ist.
Untergebracht ist die ortsgebundene „Schatzkiste“ in ehemaligen Räumen des Verwaltungsgebäudes (Rathaus).
„Viele Bürger wissen gar nicht, was sich alles in der Heimatstube befindet. So besitzen wir beispielsweise 150 Jahre alte Urkunden. Das Archiv ist für jedermann zugänglich und gibt einen ausführlichen Einblick in die Historie des Ortes“, sagt Meyer. Gruppen und Vereine könnten sich jederzeit für eine Führung anmelden. Zudem gebe es laut Meyer noch Zeitzeugen, die manche Geschichte erzählen könnten. Ein seltenes Erinnerungsstück sei übrigens ein Dokument aus einem Kriegstagebuch eines Gadenstedters aus den Zeiten 1870/1874.
Schwerpunkt der Heimatstube sind vor allem landwirtschaftlich ausgerichtete Exponate wie Haushaltsgegenstände, alte Rezepte, Gerätschaften und auch Mobiliar. Das alle spiegelt einen Gesamteindruck früherer Tage wieder. „Wir sammeln, ordnen, erhalten und präsentieren“, umschreibt Karl Cramm die Aktivitäten der Mitglieder. Allein 4500 Exponate über die Themenbereiche kirchliche Entwicklung, Vereinsleben, Handwerk und Gewerke, Schule, Handel und besagte Landwirtschaft seien vorhanden. Zudem verfüge man auf dem Dachboden noch über unzählige Dokumente, die bisher nicht gesichtet worden seien, verdeutlicht Cramm und betont, dass das Sammelsurium in sieben Räumen auf vier Etagen zu sehen sei.
Ein jüngster Wasserschaden durch einen Rohrbruch in einer Frostperiode schockte die Betreiber der Heimatstube. „Da es sich um Zuleitungen der Heizung handelte, ist das Malheur ein Versicherungsfall“, sagt Cramm und bedankt sich auf diesem Weg bei der Gemeinde, die wochenlang Aggregate zum Trocknen eingesetzt haben. Betroffen war dabei vor allem der Hauptausstellungsraum, in dem sich nicht nur die Tapeten lösten. Vor rund vier Wochen sind schließlich die Handwerker eingezogen, um die inzwischen trockenen Wände und Decken neu zu tapezieren. Laut Cramm hofft man, dass die Arbeiten zum Ende des Jahres abgeschlossen sein werden.
Hauptaufgabe für 2013 werde es sein, neben der Vorbereitung auf die Jubiläumsfeier im Juni, die Räume wird so herzustellen, dass eine übersichtliche Präsentation nach Themenfeldern möglich ist.
