Im Paläon soll die Vergangenheit lebendig inszeniert werden
Helmstedt Jährlich 60.000 bis 80.000 Besucher werden im Speere-Zentrum in Schöningen erwartet. Sie sollen im Kreis Helmstedt selbst zu Forschern werden und Aufgaben lösen.
Zwar soll das Paläon, das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere, erst Mitte Mai des nächsten Jahres öffnen, aber das Interesse an dem Leuchtturmprojekt ist bereits groß. „Uns liegen schon Anmeldungen für Veranstaltungen und die Seminarräume vor“, freut sich der Paläon-Geschäftsführer Florian Westphal. Außerdem laufe auch der Geschenk-Gutschein-Verkauf für das Paläon gut.
„Ich bin bei diesem Großprojekt auf einen springenden Zug aufgesprungen“, meint der 41-Jährige, der aus Schleswig-Holstein stammt, im Gespräch mit unserer Zeitung. Professionell seien die Planung und das Marketing für das Paläon. „Es sind für einen Archäologen viele Themenfelder, in die ich mich noch einarbeiten muss, aber es ist eine spannende Aufgabe“, gibt Westphal zu. Er habe keine Bedenken, dass das Konzept Forschung und Erlebnis zu verbinden, funktionieren werde.
Die gesamte Region stehe hinter dem Speere-Projekt. Mit einem schmalen Personalkonzept mit Geschäftsführer, Museumspädagogin und einer Kraft für Presse/Marketing werde begonnen. „Einen Pool von Mitarbeitern, als Teilzeitkräfte oder ehrenamtlich, benötigen wir für die Kasse, Aufsicht, Gästeführung und Unterstützung bei Workshops“, kündigt Westphal an. Es sei das Ziel, mehr feste Arbeitsplätze zu schaffen, aber dafür müsse die Entwicklung abgewartet werden.
Von jährlich 60 000 bis 80 000 Besuchern gehen die Verantwortlichen in den ersten Jahren aus. Die Attraktionen in der rund 600 Quadratmeter großen Ausstellungshalle will er noch nicht verraten. „Es wird eine lebendige Inszenierung der Vergangenheit mit künstlerischen und multimedialen Stationen, so dass der Rundgang der ganzen Familie Spaß bereiten wird“, prognostiziert der Geschäftsführer.
„Erwachsene und Kinder können im Labor zum Forscher werden und Aufgaben lösen.“ Auch die Grabung der Archäologen im Tagebau könne besucht werden. Auf dem Außengelände werde eine Aussichtsplattform entstehen, von der aus die Besucher auf die Wiese mit Wildpferden und Tränke schauen können. „Auf dem Erlebnisparcours im Freien können Speerwerfen und Bogenschießen ausprobiert werden“, erklärt Westphal. Mit Sonderausstellungen und dem Präsentieren neuer Funde soll die Attraktivität erhalten bleiben.
Zuletzt hatte der Geschäftsführer der Paläon-Gesellschaft Erfahrungen beim Projekt Frühkeltischer Fürstensitz Heuneburg in Baden-Württemberg Erfahrungen gesammelt.

