TV-Reporter schilderte Reise im Rollstuhl durch China
Helmstedt Das Gymnasium am Bötschenberg hat erneut Projekttage veranstaltet, um das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen zu fördern.
Zum Auftakt am Donnerstagabend in der Helmstedter Eon-Avacon-Zentrale kam als Hauptreferent der ZDF-Reporter Marcel Bergmann, der seit einem schweren Unfall querschnittgelähmt ist. Von tiefer Depression heimgesucht, hätten ihm erst die körperliche Betätigung im Rollstuhl und die Erkenntnis, sehr wohl noch Abenteuer erleben zu können, neuen Lebensmut gegeben, erzählte der 48-Jährige dem Publikum. 2007 hatte der Reporter, begleitet von einem Fernsehteam, eine Reise von Shanghai nach Peking unternommen - per Rollstuhl. Was er dabei an kuriosen, menschlich anrührenden Dingen erlebt hat, trug Bergmann den knapp 100 Zuhörern bei einer Lesung aus seinem Buch vor.
Die ihn begleitenden TV-Kameras habe er sehr bald schon nicht mehr wahrgenommen, so sehr habe ihn diese Reise beschäftigt, erzählte der 48-Jährige. Übertragen auf Bergmanns Lesung, ließe sich sagen: Die Zuhörer konnten sehr schnell vergessen, dass jemand im Rollstuhl all diese intensiven Erlebnisse und Begegnungen hatte. Schulleiter Friedrich Jungenkrüger vom Gymnasium am Bötschenberg hatte Bergmanns Projekt in seiner Begrüßung treffend beschrieben: „Es sich nicht zuzutrauen und es doch zu tun, das ergibt tiefste Erlebnisse als Belohnung.“
Die Projekttage des Gymnasiums standen zum dritten Mal unter dem Motto „Gemeinsam leben – gemeinsam Sport treiben“ und sie wurden am Freitag in der Sporthalle an der Kantstraße fortgesetzt. Dort zeigten Schüler, welche Sportarten es für Sehbehinderte gibt.


