Camping ist Urlaub, der zusammenschweißt
Helmstedt Es waren einmal sechs Freundinnen, die ihre gemütlichen Betten gegen Schlafsack und Isomatte tauschten und sich auf den Weg machten…
An der Nordsee wollten sie ihr Zelt aufschlagen und dort drei schöne Sommertage am Strand verbringen. Hört sich ja eigentlich märchenhaft und nach einer Menge Spaß an, jedoch galt es vor und während des Campingvergnügens, einige Schwierigkeiten zu bewältigen.
Bereits am frühen Morgen saßen wir im Zug Richtung Norden, um unsere lange und beschwerliche Reise anzutreten. Je näher wir dem Meer kamen, desto öfter hörte man zur Begrüßung „Moin, Moin!“ statt des üblichen „Guten Tag!“. Nach unzähligen Umstiegen kamen wir mit unserem gefühlt tonnenschweren Gepäck am Campingplatz an. Erleichterung machte sich breit und der Stress der letzten Stunden war wie weggeblasen.
Jetzt waren wir angekommen, wir waren frei! Nichts konnte uns daran hindern, ins kühle Meer zu springen… außer unser Zelt. Da hatten wir auch schon die nächste Hürde vor uns. Genervt mussten wir zu allem Überfluss noch feststellen, dass wir die Aufbau-Anleitung des Zeltes unterwegs verloren hatten. Was nun? Doch der Optimist in uns ließ uns nicht verzweifeln und wir bauten einfach drauf los. Mit viel Konzentration und unschlagbarem Kombinationstalent kam sogar etwas dabei raus, was wie ein Zelt aussah und auch einigermaßen stabil war. Perfekt, Mission erfüllt.
Nun wanderten wir über den Deich zum Strand und schlugen dort unser Lager für den Tag auf. Zwar war das Wasser durch die ungünstigen Gezeiten nicht immer da, doch wir erwischten es trotzdem ziemlich oft. Falls nicht, wurde an der Sommerbräune gearbeitet oder es wurden lange Wattwanderungen unternommen, auch gut.
Wenn uns der Hunger überkam, stärkten wir uns, typisch für die See, mit Fischbrötchen (oder manchmal auch Pommes, Pizza und Pasta). Abends beschränkte sich unser Festmahl meistens auf Toast mit Nutella oder Dosenravioli. Darf beim Campen ja auch nicht fehlen.
Zu den schönen Erlebnissen zählte auch der wunderschöne Sonnenuntergang über dem Wattenmeer, der alles in ein traumhaftes Licht hüllte und uns alle Strapazen unseres Campingabenteuers vergessen ließ.
Die Nächte waren kurz. Wacht einer auf, ist bald schon der ganze Campingplatz wach. Aber zum Rumjammern blieb keine Zeit, dafür war der Kurzurlaub auch viel zu schade.
Als Fazit kann ich sagen, dass die positiven Erlebnisse die negativen haushoch in den Schatten stellen. Durch die entspannte und freundliche Atmosphäre auf dem Campingplatz war es eigentlich selbstverständlich, Kontakte mit anderen Leuten zu knüpfen.
Trotz des wenigen Komforts waren es drei unvergessliche und spaßige Tage, die uns noch mehr zusammengeschweißt haben. Camping gehört auf jeden Fall zu den Dingen, die man in seinem Leben einmal gemacht haben muss.

