Stiftung hilft Kirchengemeinde beim Erhalt des Gebäudes
Helmstedt Seit zehn Jahren gibt es die Alma- und August-Müller-Stiftung. Ihre Erträge helfen, historische Bausubstanz in Helmstedt zu erhalten.
Die St.-Stephani-Kirche in Helmstedt wäre wohl nur halb so prachtvoll, wenn nicht ihre großen Licht- und Bildfenster restauriert werden würden. Jährlich werden immerhin zwei der insgesamt 17 Fenster von Fachleuten aufgearbeitet, für rund 40 000 Euro. Mehr kann sich die evangelische Kirchengemeinde nicht leisten. Aber: „Das sind wirklich Bestandserhaltene Maßnahmen“, weiß Pfarrer Daniel Meibom-Glebe.
Damit überhaupt die Restaurierung vonstattengehen kann, ist die Propstei auch auf externe Geldgeber und Sponsoren angewiesen, als da sind: die Bauhütte (ein Förderverein) und die Alma- und August-Müller-Stiftung. Sie gibt es jetzt seit zehn Jahren.
Initiiert wurde die Stiftung vom einstigen Stadtarchivar Hans-Ehrhard Müller, der bereits im Jahr 2001 verstarb. Schon als Schüler und später als Student hat er sich für die Geschichte Helmstedts und den Erhalt sichtbarer Stadthistorie eingesetzt.
„Sein größtes Anliegen war, das alte Helmstedt der Nachwelt zu erhalten“, erläutert Melsene Bittó, Geschäftsführerin der Stiftung. Ihr zur Seite im Vorstand stehen Propst Detlef Gottwald und Helmstedts Erster Stadtrat Klaus Junglas.
Dem Stiftungszweck entsprechend, konnte erstmals im Jahr 2005 ein Projekt gefördert werden, und zwar die archäologischen Grabungen an der Schuhstraße.
„Bis heute sind Stiftungsmittel in einem Fördervolumen von rund 146 000 Euro in den Erhalt der Bausubstanz städtischen und kirchlichen Eigentums geflossen“, rechnet Junglas vor.
Stiftungsgeld steckt unter anderem in der Sanierung der Grabstelle des Forstmeisters Alers im Brunnental, in der Restaurierung der Stadtmauer oder im 2011 erschienenen Bildband für Helmstedt.
Seit nunmehr sechs Jahren profitiert auch das Stadtarchiv davon, dass die Stiftung jährlich Erträge von 15 000 bis 20 000 Euro ausschütten kann. „Somit konnten wir historisches Schriftgut retten beziehungsweise erhalten“, meint Bittó und fügt hinzu: „Das war damals fünf vor zwölf!“ Als Stadtarchivarin weiß sie, wie dringend notwendig es war, die Akten zu konservieren.

