Führungsgremium für das Paläon konstituierte sich
Schöningen Offiziell wurde Dr. Florian Westphal zum Paläon-Geschäftsführer bestellt. Christoph Schulz an der Spitze des Aufsichtsrats.
Mitte Mai des nächsten Jahres soll das Paläon, das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere, in der Nähe des Fundorts der ältesten Jagdwaffen der Menschheit seine Pforten öffnen und den Besuchern eine Reise in die Vergangenheit ermöglichen. Vor der offiziellen Übergabe des fertiggestellten Rohbaus an den Ausbau am Mittwoch tagte der Aufsichtsrat der Paläon-Gesellschaft, die als Betreiber für das touristische Leuchtturmprojekt verantwortlich ist.
In der konstituierenden Sitzung bestellte der Aufsichtsrat Dr. Florian Westphal, der schon seit Anfang Oktober in Schöningen tätig ist, offiziell zum Geschäftsführer der Paläon GmbH. Der Vertrag läuft fünf Jahre. Vorher hatte Dr. Henrich Wilckens, der frühere Vorstandsvorsitzende der Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke (BKB) in Helmstedt, diese Aufgabe ehrenamtlich übernommen.
Als eine große Herausforderung bezeichnete der 41-jährige Westphal, der aus Schleswig-Holstein stammt, das Paläon. „Ich bin stolz, für eine solche Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen“, unterstrich der Geschäftsführer. Nach dem Abitur studierte Florian Westphal in Kiel Ur- und Frühgeschichte, Geologie und Nordische Philologie. Über die Holzfunde aus der wikingerzeitlichen Siedlung Haithabu am Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig promovierte der Geschäftsführer.
Ein zweijähriges Forschungsprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu kaiserzeitlichen Mooropferplätzen in Dänemark und Schleswig-Holstein schloss sich an. Weiterhin war der Archäologe zwei Jahre als wissenschaftlicher Volontär im Landesmuseum in Hannover im Einsatz gewesen, ehe er 2008 an der Landesausstellung Schöninger Speere beteiligt gewesen war.
Zuletzt leitete er das Projekt Frühkeltischer Fürstensitz Heuneburg in Baden-Württemberg beim Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. In Stuttgart ist seine Frau, eine Kunsthistorikerin, auch heute noch tageweise als Dozentin an der Universität beschäftigt. Zwei Söhne, 3 Jahre und vier Monate alt, hat die Familie Westphal, die jetzt in Schöningen eine Wohnung hat. Der Paläon-Geschäftsführer freut sich besonders darüber, dass die Bauarbeiten bisher im Zeitplan liegen. „Ich hoffe, dass der Parkplatz am Paläon nach der Eröffnung Mitte Mai voll sein wird“, betonte Westphal.
„Mit Kompetenz und Begeisterung geht Florian Westphal an die Arbeit und er verfügt über ein ausgezeichnetes Netzwerk“, hob der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Christoph Schulz, Vorstandsvorsitzender der Braunschweigischen Landessparkasse, hervor. Weiterhin gehören dem Aufsichtsrat an: 1. stellvertretende Vorsitzende Dr. Annette Schwandner, Ministerialdirigentin im niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur; 2. stellvertretender Vorsitzender Julius von Ingelheim, Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG und Geschäftsführer der Projektregion Braunschweig und Rolf-Dieter Backhauß, Mitglied des Schöninger Rates; Dr. Wolf-Michael Schmid, Vorsitzender des Fördervereins Schöninger Speere - Erbe der Menschheit; Dr. Stefan Winghart, Präsident des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Helmstedter Landrat Matthias Wunderling-Weilbier.
