Bald wieder archäologische Grabungen an der Hünenburg
Watenstedt Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert am Heeseberg ein Projekt, das Archäologen neue Erkenntnisse zur Bronzezeit bringen soll.
An der Hünenburg bei Watenstedt sollen im neuen Jahr wieder archäologische Grabungen stattfinden. Die Forscher erhoffen sich davon neue Funde und damit weitere Erkenntnisse zur Besiedlung am Heeseberg während der Bronzezeit, also der Zeit um 1000 vor Christi Geburt.
Seit vielen Jahren erkunden Archäologen das Gelände dort. Ans Tageslicht kamen bisher unzählige etwa 3000 Jahre alte Funde wie zum Beispiel Scherben, Gefäße, menschliche Skelette, Tierknochen, Hausgrundrisse, Gießformfragmente für Sicheln, Schwerter, Lanzenspitzen und Beile sowie Waffen und Werkzeuge aus der jüngeren Bronzezeit.
Im Jahre 2011 entdeckten die Archäologen am Rand der Außensiedlung mindestens 400 Gargruben (Herdstellen). Hier wurden als Kulthandlungen Tiere geopfert. Eine kleine Sensation. Derartige Kochgruben sind vorher nur im westlichen Ostseebereich bekannt gewesen. „Innerhalb der Hünenburg gab es in nachgewiesenen Hausgrundrissen auch reguläre Kochgelegenheiten, die keinen kultischen Hintergrund haben“, verdeutlichte Grabungsleiter Dr. Immo Heske.
Von besonderer Bedeutung sind auch die im Jahre 2011 geborgenen Holzfunde, zu denen mit einer Kerbe versehene und abgeschrägte Heringe zum Abspannen von Seilen gehören. Sogar Brettchen, die mit einer Technik mit Nut und Feder zusammengefügt worden waren, gehörten zu den Überraschungs-Funden. Dort konnten die Ausgräber auch die Pferdezucht und den Anbau von Wintergetreide nachweisen.
Für die Hünenburg wurde ein weit umfassendes Forschungsprojekt mit dem Titel „Landschafts- und Ressourcennutzung in der jüngeren Bronzezeit am Heeseberg im Spannungsfeld zwischen Herrschaft, Handwerk und Kult“ Anfang 2012 beantragt. Im Jahr 2012 erfolgten deshalb auf dem Hünenburg-Gelände keine Ausgrabungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat nun ihre Entscheidung getroffen. Immo Heske informiert erfreut: „In den schriftlichen Gutachten ist die wissenschaftliche Bedeutung des Vorhabens sehr positiv gewürdigt worden. Der Antrag mit einer ersten Phase von drei Jahren wurde bewilligt.“
Für das kommende Projekt wurden neue Areale am Rande des „Großen Bruchs“ ausgewählt. Nach einer kurzen Grabungspause wird es im Bereich des sehr bedeutungsvollen Hünenburg-Geländes spätestens im Sommer 2013 wieder spannend.


