Rat wird geheim über Schulfrage abstimmen
Helmstedt Das Helmstedter Stadtparlament wird am Donnerstag in geheimer Abstimmung über die Zukunft der Grundschule Friedrichstraße entscheiden.
Hohe Wellen schlägt die von der Helmstedter Verwaltung angestrebte Schließung der Grundschule (GS) Friedrichstraße. Am Donnerstag soll im Rat der Stadt Helmstedt der Beschluss darüber fallen, ob die GS Friedrichstraße eine Zukunft hat. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr.
In den vergangenen Wochen hat es bereits Proteste von Lehrern, Schüler und deren Eltern gegen die angedrohte Schließung gegeben. Denn die Vorlage der Verwaltung sieht vor, ausgerechnet die Schule zu schließen, die über zwei Besonderheiten verfügt: Die Friedrichstraße ist die einzige Ganztagsschule der Stadt, und außerdem verfügt nur sie über eine integrative zweijährige Eingangsstufe. Darauf hat ihr Rektor Hans-Rainer Klose in der Schulausschuss-Sitzung am 5. Dezember hingewiesen.
Bis zur heutigen Abstimmung, die nach unseren Informationen geheim vonstattengehen wird, ist nicht klar, ob sich eine Mehrheit im Rat für den Erhalt der Schule finden wird. Rein rechnerisch müsste es reichen, wenn die Mitglieder der Fraktionen von SPD (14) und Grünen (3) geschlossen für den Fortbestand votieren.
Auch Roswitha Engelke (Die Linke) hat sich bereits öffentlich dafür ausgesprochen, den Standort an der Friedrichstraße zu erhalten. „Eine Schließung ist aufgrund der einzigartigen Konzeption für mich undenkbar. Ich bemängele, dass die Besonderheiten der Schule im Rat der Stadt völlig ungenügend thematisiert worden sind.“
Bürgermeister Wittich Schobert hält dagegen, dass die Entwicklung der Schülerzahlen kaum einen anderen Rückschluss zuließen, als zeitnah eine der sechs Schulstandorte zu schließen. „Schließlich wollen wir das Ganztagsangebot ausbauen, und das kostet Geld.“ Die Schließung einer Schule würde die Qualität des schulischen Angebots der weiterbestehenden sichern.
Warum es die Friedrichstraße trifft, legt die Verwaltung auf einer umfangreichen Matrix dar, in der es auch um Ausschlusskriterien für die anderen Schulen geht.
Unterstützung für seinen Vorstoß bekommt Schobert von der CDU-Fraktion, für die Cornelia Bosse im Fachausschuss festgestellt hat: „Wir können die Frage nach der Schließung von Schulstandorten nicht ständig hinausschieben.“ Die rückläufigen Zahlen begründeten eine Entscheidung, und zwar jetzt. Das sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Strümpel nicht so. In den nächsten vier bis fünf Jahren blieben die Zahlen relativ stabil.
„Es wäre in Niedersachsen einzigartig, dass eine Grundschule geschlossen wird, obwohl mittelfristig immer zwei Klassen eingeschult werden“, sagt Strümpel. Der Standort an der Friedrichstraße – direkt neben der IGS – sei als Schulkomplex entwickelbar, „den gibt man nicht so einfach auf!“



