Noch keine Entscheidung in Diskussion über Schulstandorte
Helmstedt Die Stadt Helmstedt erwägt, die Zahl ihrer Grundschulen zu reduzieren. Die Verwaltung empfiehlt nach wie vor die Schließung der GS Friedrichstraße.
Die Entscheidung, ob, wann und welche Grundschule in Helmstedt geschlossen wird, hebt sich der Helmstedter Rat bis zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung am 20. Dezember auf. Zu einer Empfehlung konnte sich der Schulausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend nicht durchringen. Obwohl die Bewertungskriterien seit Wochen vorliegen, besteht in den Fraktionen noch Beratungsbedarf. Die Verwaltung schlägt die Schließung der Grundschule Friedrichstraße vor.
Bürgermeister Wittich Schobert erläuterte, warum er die Zahl der Schulstandorte von sechs auf fünf reduzieren will: „Wir haben auf Dauer einfach zu wenig Schüler.“ Die Prognosen bis zum Jahr 2017 basierten auf die Zahl der schon Geborenen. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. „Wir können uns der Folgen des demografischen Wandels nicht entziehen.“
Für die CDU-Fraktion untermauerte Cornelia Bosse die Position des Bürgermeisters, indem sie sagte: „Wir haben im Rat die Verantwortung, auch unangenehme Entscheidungen zu treffen. Und die Frage nach der Schließung von Schulstandorten steht seit sechs Jahren im Raum.“
Für Hans-Rainer Klose, Leiter der Grundschule Friedrichstraße, der sich vor der Sitzung nach dem Sachstand erkundigte, ist es nicht nachvollziehbar, zum jetzigen Zeitpunkt darüber nachzudenken. „Man sollte doch erst die Bedarfe und Ressourcen ermitteln. Auch sollten schulfachliche Dinge eine Rolle spielen. Überhaupt fehlt ein Entwicklungsplan.“ Den sollte der Fachausschuss am Mittwoch auch auf den Weg bringen, tat er aber nicht, weil man abwarten muss, wie viel Schulstandorte nach einem Ratsbeschluss überhaupt übrigbleiben.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Strümpel sieht derzeit keine Notwendigkeit, Grundschulen im Stadtgebiet zu schließen. Aus folgenden drei Gründen: Die Zweizügigkeit sei in den nächsten Jahren an allen Schulstandorten gegeben. Zweitens: „Das Ganztagsangebot an der Friedrichstraße ist in sich schlüssig und kostengünstiger als anderswo die Hortangebote.“ Die Maßgabe „kurze Beine, kurze Wege“ müsse nach wie vor gelten. Schließlich skizzierte Strümpel seinen Traum von einer Grundschule, die in Kooperation mit der Integrierten Gesamtschule betrieben werden könnte. Das allerdings, räumte er ein, sehe das Landesschulgesetz eigentlich nicht vor.
