Kein Verkauf – EU-Mittel sollen Windmühle retten
Wendhausen Es ist eine überraschende Wende – und eine riesige Chance für die Holländer-Windmühle in Wendhausen.
Dabei hatte es zuletzt so ausgesehen, als würde auch der Ortsrat Wendhausen sich für einen Verkauf der Windmühle aussprechen. Doch angesichts der neuen Fakten hat sich das Gremium während seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, das Wahrzeichen der Ortschaft nicht zu verkaufen.
„Das, was viele für utopisch gehalten haben, ist nun passiert: Wir haben die Chance auf Fördergelder“, berichtete Ortsbürgermeister Burkhard Beese (CDU). Hintergrund der neuen Situation ist das Ergebnis des „Mühlengipfels“, der vergangene Woche in Braunschweig stattgefunden hatte (wir berichteten). Bei Cordula Reulecke vom Landesamt für Denkmalpflege hatten sich die Gemeinde Lehre als Eigentümerin, der Förderverein, Beese und Ortsheimatpfleger Günter Jung getroffen um auszuloten, welche Möglichkeiten es gibt, um die rund 415 000 Euro teure Sanierung des 175 Jahre alten Baudenkmals zu finanzieren.
Das Ergebnis: Die fünfflüglige Holländer-Windmühle in Wendhausen ist die einzige ihrer Art in Deutschland. Daher habe der Denkmalschutz großes Interesse daran, sie zu erhalten. Es sei durchaus möglich, von der EU Fördergelder in Höhe von 100 000 bis 120 000 Euro zu erhalten. Gelänge das, seien auch der Bund, das Land und private Stiftungen im Boot. „Der Eigenanteil, den der Förderverein noch aufbringen müsste, liegt bei etwa 40 000 Euro. Die wären schon da“, berichtete Beese. Dennoch: Der Weg zur Sanierung sei nicht einfach und berge gewisse Risiken. So müssten die EU-Mittel zum Beispiel vorfinanziert werden, weil sie erst nach Ende der Sanierung ausgezahlt würden. „Der Förderverein muss sich jetzt überlegen, was er will“, sagte Beese. Der Förderverein solle übrigens unbedingt Maßnahmen-Träger sein, weil dann die Mehrwertsteuer entfalle.

