Vor 875 Jahren wurde Kaiser Lothar III. zu Grabe getragen
Königslutter Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde am Silvesterabend in Königslutter dem 875. Jahrestag der Grablegung Kaiser Lothar III. gedacht.
Zuvor hatte Professor Gerd Biegel vom Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig seinen Silvester-Vortrag in der Stiftskirche dem Thema „Kaiser und Papst – Reich und Kirche. Kaiser Lothar III., ein christlicher Herrscher im Kampf um den Glauben“ gewidmet.
„Kaiser Lothar würde uns beneiden. Eine fertige Kirche hat er hier nämlich nie gesehen“, sagte Landesbischof Friedrich Weber zu Beginn seiner Predigt im Kaiserdom. Als Kaiser Lothar III. am 31. Dezember 1137 bestattet wurde, war der Dom eine Baustelle. Erst zwei Jahre zuvor hatte Lothar von Süpplingenburg mit dem Bau seiner Grabstätte begonnen.
„Vor 875 Jahren waren wir noch ganz eng beieinander, und es gab die Glaubensspaltung noch nicht“, sagte Prälat Heinrich Günther zu Beginn seiner Predigt. Daher freue er sich, diesen Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Als „besonderes Geschenk“ bezeichnete Weber diesen ökumenischen Gottesdienst zum Ausklang des Jahres 2012.
Günther erinnerte daran, dass Lothars Regentschaft zwar von vielen Auseinandersetzungen geprägt gewesen sei, doch als man ihn schließlich nach seinem Tod 1137 betrauerte, habe man ihn einen „Friedenskönig“ genannt. „Ein wahrlich gutes Zeugnis für ihn.“
Weniger mit den Umständen des Todes und der Grablegung des Kaisers beschäftigte sich Biegel in seinem Vortrag. Vielmehr ging er der Frage nach, ob die Bezeichnung „Pfaffenkönig“ für den Süpplingenburger gerechtfertigt sei. Immer wieder sei Lothar vorgeworfen worden, nur durch die Unterstützung der Kirche 1125 zum römisch-deutschen König gewählt geworden zu sein. Und: Biegel schilderte Lothars Verhältnis zur Kirche, beleuchtete unter anderem die Ereignisse rund um die Papstwahl nach dem Tod von Papst Honorius II., die schließlich zur Kaiserkrönung Lothars am 4. Juni 1133 in der Lateranbasilika in Rom führten.
Kaiser Lothar starb auf dem Rückweg von seinem zweiten Italienzug am 4. Dezember 1137 in Tirol. Bestattet wurde er am Silvestertag. In einem provisorischen hölzernen Totenhaus in der Dombaustelle in Königslutter.

