Planung für Rastanlage bei Boimstorf ist vorerst eingestellt
Boimstorf Der Widerstand gegen eine mögliche neue Rastanlage an der A 2 bei Boimstorf war groß. Und auch wenn es gerade ruhig erscheint, hat sich einiges getan.
Sie suchten die Öffentlichkeit, organisierten mehrere Protestaktionen, und es fand ein Treffen mit Politikern und Vertretern der zuständigen Landesbehörde statt. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hat sich die Bürgerinitiative (BI) „Gegen die Autobahnrastanlage am Ortsrand von Boimstorf und Rotenkamp“ formiert. Doch in den vergangenen Monaten scheint es still geworden um die Bürgerinitiative. Hat sie ihre Arbeit eingestellt?
„Nein, nein, wir sind noch aktiv, das Thema ist hochaktuell“, versicherte Landwirtin Bianca Krauskopf auf unsere Nachfrage. Die stellvertretende BI-Vorsitzende ist eine der Haupt initiatorinnen der Protestbewegung, da ihr Land direkt an die befürchtete Rastanlage grenzen würde. Doch diese Sorge scheint erstmal vom Tisch.
„Die Dorfseite ist aus der Planung raus“, verkündete Krauskopf und zeigte sich erfreut über diesen Teilerfolg, den sie auch der BI-Klage zuschreibt. Ende Juli hatte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg Formfehler beim Vermessungsverfahren festgestellt. Hier müsse die Landesbehörde nachbessern. Bianca Krauskopf weiß allerdings, dass das den Planungsprozess lediglich verzögert. „Wir warten jetzt erstmal ab, wie es überhaupt dort weitergeht und werden dementsprechend reagieren. Im Hintergrund laufen unsere Planungen für die nächsten Protestaktionen weiter“, kündigt sie an, ohne weitere Details zu nennen.
Katrin Spring von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover bestätigte, dass die Planungen für eine Rastanlage Boimstorf Süd, also an der A 2 Richtung Berlin, zurückgestellt seien. Allerdings nicht wegen des Gerichtsverfahrens, betonte sie. „Wir haben die Alternativvorschläge geprüft, die die Beteiligten bei unserem Treffen im Januar in Königslutter gemacht haben. Einer davon war, die Rastanlage Uhry zu erweitern, und das werden wir jetzt in Angriff nehmen“, erläuterte Spring. Dieser Parkplatz ist erst im Jahr 2010 um 38 auf derzeit 70 Plätze erweitert worden. Bei einer nochmaligen Erweiterung würde mit zusätzlich etwa 50 LKW- sowie 25 PKW-Stellplätzen geplant werden. Genau die Anzahl, die für Boimstorf Süd wegfällt.
Für die gegenüberliegende Seite allerdings laufen die Planungen unvermindert weiter. „Die Vermessungsarbeiten für Boimstorf Nord sind jetzt abgeschlossen, und wir haben ein Planungsbüro für die weiteren Schritte beauftragt“, schildert Spring. Doch bis dort tatsächlich eine neue Rastanlage entsteht, wird einige Zeit vergehen. Spring rechnet mit dem ersten Spatenstich nicht vor 2017/18. „Alleine die Planung wird mindestens noch ein Jahr dauern, danach muss das Ministerium alles genehmigen, es folgt das Planfeststellungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit und so weiter“, zählt die Behördensprecherin auf. Alles müsse ordentlich geplant werden. Die Planung für Uhry werde auch erst frühestens in ein, zwei Jahren in Angriff genommen. Boimstorf Nord habe erstmal Priorität.
