Aufschrei der Erleichterung nach Votum für Grundschule
Helmstedt Die geheime Abstimmung im Rat Helmstedt hat ergeben: Die Grundschule Friedrichstraße wird nicht geschlossen.
Der Rat der Stadt Helmstedt hat am Donnerstagabend den Fortbestand der Grundschule Friedrichstraße beschlossen. Das Votum fiel in geheimer Abstimmung mit 22 zu 13 klar für den Erhalt des Schulstandortes aus.
Die Bekanntgabe des Ergebnisses kommentierten Eltern mit einem Aufschrei der Erleichterung und kräftigem Applaus. Damit ist der von der Verwaltung erarbeitete Vorschlag, einen von sechs Schulstandorten zu schließen, vom Tisch. Die Empfehlung, dafür den Standort Friedrichstraße ins Auge zu fassen, hatte sie nach der Erstellung eines umfangreichen Bewertungskataloges gegeben.
Wenn es nach der SPD-Fraktion geht, brauchte eine solche Idee in absehbarer Zeit überhaupt nicht mehr auf die Tagesordnung zu gelangen. „Denn die Zweizügigkeit ist in den nächsten Jahren an allen Schulen gegeben. Von daher sehen wir hier keinen akuten Handlungsbedarf“, argumentierten SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Strümpel und Friedhelm Possemeyer.
Unterstützung in ihrer Argumentation bekamen sie von den Grünen, der UWG, der Linkspartei und der NPD. Sybille Mattfeldt-Kloth (Bündnis 90/Die Grünen) zählte die Vorzüge der Grundschule Friedrichstraße auf: die integrative Eingangsstufe und das Ganztagsangebot. „Überdies ist das Gebäude baulich tipptopp in Ordnung. Ich sehe also überhaupt keinen Grund, diese Schule zu schließen.“
Gabriele Gogolin (UWG) sah dafür „nach Abwägung aller Argumente auch keinen Anlass“, denn Sparmöglichkeiten gebe es durchaus an vielen anderen Stellen.
Für die Schließung sprachen sich die Sprecher der CDU aus. Fraktionschef Wolfgang Kalisch erinnerte daran, dass angesichts des starken Rückgangs der Schülerzahlen das Thema schon seit Jahren vertagt werde. „Wir kommen doch nicht daran vorbei, dass wir 440 Schüler weniger haben werden.“ Kalisch bezog sich auf eine Erhebung für einen Zeitraum zwischen 1995 und 2016.
Und an SPD und Grüne gerichtet, betonte er: „Sie haben im Haushaltskonsolidierungskonzept doch einer Schulschließung zugestimmt!“ Er könne nicht nachvollziehen, dass da offenbar der Mut, nun eine unangenehme Entscheidung zu treffen, verloren gegangen sei.
