Meinerser Christen packen Beziehungskisten für arme Kinder
Meinersen Im Büro der evangelischen Kirchengemeinde in Meinersen türmt sich schon einige Tage vor Weihnachten ein Berg von Geschenken.
Sie sind für Kinder von Asylbewerbern aus der Samtgemeinde gedacht. Mitglieder der Gemeinde haben sie gepackt.
Beziehungskisten sollen die liebevoll ge- und verpackten Päckchen sein. So hat Pastorin Julia Flanz sie genannt. Ihr Wunsch: Auch über Weihnachten hinaus sollen sich Beziehungen zwischen Asylbewerbern und Deutschen ergeben. Der Wunsch scheint aufzugehen. „Seit wir die Idee im Gottesdienst vorgestellt haben, klingelt immer wieder das Telefon. Menschen bieten Fahrräder oder Schuhe an. Dinge, die nicht in einen Schuhkarton passen.“
„Die Bereitschaft der Menschen, etwas zu geben, ist groß“, sagt Hella von Wedemeyer, die mit ihrer Familie zwei Päckchen zusammengestellt hat. Es fehle oft nur jemand, der den Kontakt herstelle.
Die Kontaktstelle will die Gemeinde sein. „Wir wollen Hände entgegenstrecken und einfach eine kleine Freude machen“, sagt Dorothee Hartung. Auch sie hat ein Geschenk zusammengestellt. Missionarische Interessen gebe es nicht. „Es kam die Frage auf, ob christliche Motive in die Päckchen können, aber das möchten wir nicht“, sagt Pastorin Flanz. Leicht ins Fettnäpfchen treten könnten die Päckchenpacker auch mit manchen Lebensmitteln, da viele Asylbewerber Muslime sind und deshalb kein Schweinefleisch essen. Stattdessen werden die Kinder viele Spiel- und Malsachen finden.
Der Wunsch, ein Päckchen zu packen sei groß gewesen, sagt Pastorin Flanz: „Einige Gemeindemitglieder waren sogar traurig, dass sie kein Kind abbekommen haben.“

