„VW-Kindergärten“ für Jembke und Osloß angedacht
Jembke Im Boldecker Land könnten für den Nachwuchs von Mitarbeitern des VW-Werkes neue Betreuungseinrichtungen entstehen – mit bis zu 300 Plätzen.
Dass Volkswagen einen Beitrag zum Ausbau der Kinderbetreuung innerhalb Wolfsburgs leisten will, ist seit dem Adventsgespräch zwischen Stadt und Konzern bekannt. Als Standorte für diese „betriebliche Kinderbetreuung“ sind auch Osloß und Jembke im Gespräch. Das gab Samtgemeindebürgermeister Lothar Leusmann während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kindertagesstättenangelegenheiten am Dienstagabend bekannt.
Wie aktuell dieser Kenntnisstand ist, bleibt unklar. Landrätin Marion Lau bestätigte nur, dass grundsätzlich Gespräche zum Thema stattfänden. VW selbst hält sich bedeckt. „Es hat Sondierungen gegeben, wo und unter welchen Bedingungen neue Kindertagesstätten-Plätze geschaffen werden könnten, die auch von Kindern von Volkswagen-Mitarbeitern genutzt werden können. Weder ging es um die Frage der Finanzierung noch um ein Investment von Volkswagen“, hieß es von Konzernseite lediglich.
Diese Sondierungen finden auf Ebene der Landkreise Gifhorn und Helmstedt sowie der Stadt Wolfsburg und der VW-Frauenförderung statt. Mitte des Jahres, so Leusmann, sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die sich mit den Möglichkeiten für eine bessere Kinderbetreuung im Einzugsbereich des Wolfsburger Werkes beschäftigen sollte.
Osloß und Jembke waren Früchte dieser Überlegungen: Liegt doch ersteres an der Einflugschneise der Mitarbeiter, die über die B 188 kommen, Jembke deckt die B 248 ab.
„Wir stünden dem wohlwollend gegenüber“, machte Leusmann klar, „aber wir könnten nicht in das Finanzsäckel greifen, wie das Wolfsburg macht. Die entsprechenden Millionen haben wir nicht.“
Jembkes Bürgermeister Henning Schulze zeigte sich skeptisch. Sähen doch bisherige Pläne einen Neubau mit Krippe und Kindergarten vor – direkt neben der bestehenden Einrichtung. Wie Leusmann sieht er die Gefahr einer Luxus-Variante der Betreuung neben dem Normalmaß. Ein Beispiel: „Unsere Gruppen fassen 25 Kinder. VW will eine geringere Gruppengröße.“ Politisch wäre das schwer zu vertreten. Leusmann wird deutlicher: „Es würde eine Zwei-Klassen-Betreuung drohen.“
Auch in Osloß gab es bereits Kontakt zwischen VW und der Gemeinde. Bürgermeister Jens Dürkop begrüßt das. „Wir müssten das Grundstück bereitstellen. Ich stehe dem aber sehr positiv gegenüber.“ Seine Hoffnung: „Vielleicht ziehen einige Eltern dann direkt nach Osloß.“
Darüber, wer die zu erwartenden Kosten in Millionenhöhe und die Trägerschaft übernähme, gibt es wohl Differenzen, schilderte Leusmann. „Wir können das nicht leisten.“


