Pläne für 6-Millionen-Umbau der Weyhäuser Oberschule stehen
Weyhausen Der Bauausschuss der Samtgemeinde hat die Pläne für den Umbau der Oberschule in Weyhausen fast ohne Diskussion durchgewunken.
Mit Siebenmeilenstiefeln will man im Boldecker Land voran kommen: Trotz immenser Kosten: Mit knapp 6 Millionen Euro sollen Anbau und Umgestaltung der Oberschule zu Buche schlagen.
Der Entwurf soll mit zwei zweigeschossigen Anbauten an der Nord- und Südseite das durch Ganztagsbetrieb und steigende Schülerzahlen verursachte Platzproblem der früheren Haupt- und Realschule lösen: Es entstehen eine Mensa für bis zu 200 Personen und ein Trakt für den Hort. Rampen und Aufzüge sollen das Gebäude barrierefrei machen. Die Mensa, führte der Hankensbütteler Architekt Thomas Schultz aus, soll mit einer Raumhöhe von fünf Metern und einer großen Glasfassade einen luftigen Eindruck hinterlassen. Eine Empore könnte auch als Bühne dienen.
Die Anbauten sollen nach Empfehlung des Fachausschusses über ein Ziegeldach an die existierenden Gebäude angeschlossen werden. Zusätzliche Kosten im Vergleich zu einer Blechdachlösung: 165 000 Euro. Die Ausschussmitglieder folgten damit einem Hinweis von Bürgermeister Lothar Leusmann. „Das Dach dort müsste ohnehin bald gemacht werden“, argumentierte er. Praktischer als die Flachdachversion sei es allemal.
Zusätzlich wollen die Planer das ehemalige Spielkreisgebäude südlich des Hauptteils integrieren. Genutzt würde es zunächst als Übergangsmensa bis zur Fertigstellung der großen Mensa im Sommer 2014. Anschließend soll hier Nachmittagsbetreuung stattfinden. „Eine praktische Lösung“, befand Hauptamtsleiter Marco Lamcke.
Die hängt jedoch weiter am seidenen Faden: Denn erst einmal muss der Weyhäuser Gemeinderat in seiner Sitzung am 6. Dezember der kostenlosen Übertragung an die Samtgemeinde zustimmen. Grundsätzlich sei man dazu bereit, hatte Bürgermeisterin Gaby Klose signalisiert.
Auch im alten Oberschulteil sind Anpassungen nötig. Im Bereich der Pausenhalle etwa entstehen Klassenräume. Alle Maßnahmen müssten bei laufendem Schulbetrieb durchgeführt werden. „Eine Herausforderung für alle“, befand Leusmann. Endgültig sind die Entwürfe nicht. So mahnte der Osloßer Rüdiger Elgner etwa an, auch die Voraussetzungen für Inklusion zu schaffen. Zudem muss der Samtgemeinderat seinen Segen geben.
Bislang hat sich die Kostenschätzung von 5 auf knapp 6 Millionen Euro erhöht. Dabei würden die Anbauten das Gros ausmachen: Auf 4,35 Millionen Euro beziffert das Planungsbüro Mensa und Hort, 360 000 Euro würde die Übergangsmensa kosten. Eine Million Euro sollen die Maßnahmen im Bestand ausmachen. Zu 70 Prozent, hoffen Verwaltung und Politik, käme die Schulbaukasse des Landkreises für die Baukosten abzüglich des Hortes auf. „Wir sind auf die Fördergelder angewiesen“, betonte Leusmann.
Bis der Umbau abgeschlossen ist, würden mindestens eineinhalb Jahre vergehen. In der Schule könnte es derweil eng werden: Der Ganztagsbetrieb läuft seit dem Sommer. Für die Essensausgabe muss der Hauswirtschaftsraum herhalten. In zwei Schüben sollen die verbleibenden Schüler aus der Sassenburg kommen: 50 zum Jahresbeginn 2013, noch einmal 50 Schüler im Sommer.
