Gifhorner Polizei nahm Stempelfälscher fest
GifhornDonnerstagmorgen. 8.13 Uhr. Sechs zivil gekleidete Polizisten rücken verdeckt auf ein Haus vor. Erst klingeln, dann gezieltes Eindringen in die Wohnung. Offiziell mit Durchsuchungsbefehl. Nach einer halben Stunde werden sie unter Führung von Polizeihauptkommissar Thomas Reimann fündig: 80 gefälschte Prüfplaketten, Prüfungsstempel und 1000 Blanko-Vordrucke im Verkaufswert von 25 000 Euro.
Ein 34-jähriger Gifhorner, der mit seiner Familie in der Stadt lebt, wird festgenommen und in Handschellen zum Verhör ins Präsidium gebracht. „Ein riesiger Erfolg nach zweijähriger Fahndung“, sagt Reimann stolz. „Doch jetzt beginnt die Kärrnerarbeit“, würden seine Beamten in den nächsten Wochen auf Suche nach weiteren Beweisen gehen – „in der gesamten Region von Goslar bis Lüneburg“.
Der 56-jährige Chef des Fachkommissariats 7 in Gifhorn führt den Fahndungserfolg auf das gute Teamwork zurück, bei dem „Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen“ an vergleichbaren Vorfällen aus dem gesamten Kreisgebiet zusammengetragen worden sei. „Bis sich schließlich herausgestellt hat, dass das Zentrum der Fälscherbande in Gifhorn liegt.“
Die Fälscherbande sei systematisch vorgegangen, in dem sie alte Autos, aber auch Anhänger mit einem gefälschten Dekra-Prüfbericht, Kfz-Zulassung und Prüfplaketten versehen und zu höheren Preisen verkauft hätten. „Die Käufer wussten davon nichts“, erklärt Reimann, dass die falschen Papiere meist erst in den Straßenverkehrsämter aufgefallen seien.
Der verhaftete Mann ist kein unbeschriebenes Blatt bei der Polizei, „vielfältig aufgestellt in den Branche“. Er verweigerte die Aussage und zog einen Anwalt hinzu.
