Blick zurück in die Zeit der Laternen
Meinersen Samtgemeinde-Archivar Horst Berner und sein Team stellen den Bildband „Gemeinde Meinersen im Wandel“ vor
„Jeder hat ja seinen eigenen und ganz anderen Blick.“ Nein, auf ein Lieblingsmotiv möchte sich Horst Berner nicht festlegen. Aber trotzdem hat es ihm eine Ansichtskarte mit der Hauptstraßenabzweigung zum Markt von 1910 besonders angetan: „Dort steht noch eine alte Straßenlaterne. Ihr Kandelaber liegt heute in einer Vitrine im Rathaus.“
Unzählige Geschichten könnte Berner noch ergänzen – aber „nach zähem Ringen“ konnte er der Druckerei für den Bildband „Gemeinde Meinersen im Wandel“ zumindest 60 statt der ursprünglich geplanten 48 Seiten abringen. „Wir hätten auch 100 bis 200 Seiten füllen können“, ist der Samtgemeinde-Archivar überzeugt. „Immerhin haben wir in der Gemeinde elf Ortschaften.“ Nun aber ist er gemeinsam mit seinem Team aus Ehefrau Waltraud, Schwester Sigrid Klemens und Rolf Hartung stolz auf den druckfrischen Band: „Wir hoffen, dass es auch gut ankommt.“
1000 Exemplare wurden gedruckt, 200 nahm gleich die Gemeinde ab, um ein neues und attraktives Geschenk für offizielle Besucher zu haben. „Ich lass mich mal überraschen“, meinte Bürgermeister Ernst-August Niebuhr mit Blick auf das nagelneue Buch. „Wer Horst Berner kennt, weiß, dass er wieder alles akribisch zusammengestellt und präsentiert hat.“
Frei nach Wilhelm Busch mit „Eins zwei drei im Sauseschritt saust die Zeit – wir sausen mit“ nimmt das Buch den Leser mit auf eine Reise in eine vergangene Welt. Viele Orte wurden heute aus demselben Blickwinkel fotografiert, bei anderen war das nicht mehr möglich. Längst verschwundene Orte wie das Gefängnis, das Wirtshaus „Glaser“ oder die alten Becken des Waldbads, die als Holzlager genutzt wurden, sollen die Erinnerungen der Meinersener wieder lebendig machen. Urkunden, alte Rechnungen und Gesichte runden den Inhalt anschaulich ab. Dazu gibt es wissenswerte Informationen zu Stichworten wie „Anbauer und Abbauer“, „Niedersachsen-Hallenhaus“ und dem „Inventarverzeichnis der Mühle zu Meinersen“. Ein Luftbild verdeutlicht, dass das, was früher weit draußen war – wie die Schweinemästerei – heute direkt in der Siedlung liegt. Berner, der noch viele Anekdoten mehr zu bieten hat als die Begleittexte, weiß über Karl Dörschels Hof: „Der hieß hier immer Karls Ruhe – weil sich da die Männer ohne ihre Frauen trafen.“



