Große Bühne für mehr als 100 Azubis

Wolfenbüttel  Im Wolfenbütteler Lessingtheater fand die Abschlussveranstaltung des Projekts „Zukunft Bilden“ statt.

Das hatten sich die Auszubildenden des vierten Jahrgangs des Projekts „Zukunft Bilden“ redlich verdient. Sie hatten in den vergangenen Monaten unter anderem Spitzenpolitiker im Europawahlkampf interviewt, hatten an Foto- und Schreibwerkstätten teilgenommen und in Berlin im Gefängnis gestanden – in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, in der Kritiker des DDR-Regimes gefoltert wurden. Gestern wurden mehr als 300 Azubis aus unserer Region für dieses Engagement geehrt. Mehr als 100 erhielten im Lessingtheater in Wolfenbüttel ihr Abschlusszertifikat aus den Händen von Werner Schilli, Vorstandsmitglied der Braunschweigischen Landessparkasse, und Bettina Rothärmel, Projektleiterin von „Zukunft Bilden“.

Zuvor hatte Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, zu den Azubis gesprochen. Bade, selbst Schornsteinfegermeister, weiß, wie wichtig es für Betriebe und insbesondere das Handwerk ist, informierte und interessierte Jugendliche in den eigenen Reihen zu haben. Bade macht in Deutschland derzeit eine negative Stimmung gegenüber der Jugend und ihrer beruflichen Qualifikation aus. „Ich will aber nicht in die Schwarzmalerei einstimmen“, sagte Bade. Das Lied von der schlechten, faulen und ungebildeten Jugend habe schon Sokrates gesungen. Das wäre 400 Jahre vor Christus gewesen.

Das Mehr an Möglichkeiten für die Jugend des 21. Jahrhunderts hätte auch ein Mehr an Erwartungen mit sich gebracht. „Eine nicht immer förderliche Entwicklung“, schlussfolgerte Bade. Zwar müsse man bei den Azubis von heute einen gewissen Grad an Bildung, Lese- und Rechenkompetenz voraussetzen, man müsse aber auch kreative Potenziale des Einzelnen fördern. „Dafür steht dieses Projekt exemplarisch“, so Bade.

Die Auszubildenden und ihre Ausbilder nutzen die Veranstaltung, um ihre gewonnenen Eindrücke von dem Bildungsprojekt zu schildern. Dabei hoben sowohl die Unternehmen als auch die Azubis hervor, dass durch das Lesen der Zeitung oder der digitalen Angebote auch das Interesse an vielen politischen und regionalen Themen gestiegen sei. Die Mitmach-Aktionen hätten dazu beigetragen, über den „Tellerrand hinauszuschauen“ und andere Auszubildende und ihre Berufswahl kennenzulernen.

DAS PROJEKT

„Zukunft Bilden“ ist eine regionale Bildungsinitiative der BZV Medienhaus GmbH mit vielen Partnerunternehmen in der Region. Teilnehmen können Auszubildende aller Fachrichtungen.

Im aktuellen Projektjahr nehmen knapp 300 Azubis aus 37 verschiedenen Unternehmen teil. Sie lesen ein Jahr lang die Zeitung und nehmen an verschiedenen Mitmach-Aktionen teil. Die Teilnehmer werden von der Projektredaktion unserer Zeitung mit einem medienpädagogischen Programm begleitet.

Anmeldung wieder zum 1. September 2014. Kontakt: Telefon 05 31-3 90 05 90 oder info@zukunftbilden.org

Infos: www.zukunftbilden.org

Veronica Lein, angehende Verwaltungswirtin aus Braunschweig, brachte es ganz gut auf den Punkt. Sie arbeite in einer Behörde. Da hätte sie automatisch mit Akten und dem Herumschieben selbiger zu tun. „Das angebotene Foto-Seminar war da eine willkommene Abwechslung“, stellte Lein fest.

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