Schlechtes Zeugnis für Rüstungsprojekte der Bundeswehr

Berlin  Aus einem Sachverständigen-Bericht geht ein massiver Kostenanstieg für kommende und laufende Rüstungsprojekte der Bundeswehr hervor.

Auch diese vier „Eurofighter“ – hier bei einem Übungsmanöver – gehören zur bestehenden Ausrüstung der Bundeswehr (Archivbild).

Foto: dpa

Auch diese vier „Eurofighter“ – hier bei einem Übungsmanöver – gehören zur bestehenden Ausrüstung der Bundeswehr (Archivbild). Foto: dpa

Experten haben massive Verzögerungen und Verteuerungen bei den neun größten Rüstungsprojekten der Bundeswehr festgestellt. Die Unternehmensberatung KPMG, die Ingenieurgesellschaft P3 und die Anwaltskanzlei Taylor Wessing übergaben ihren Bericht am Montag Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Danach haben sich alle neun Projekte zwischen zweieinhalb und zehn Jahre verzögert. Fast alle werden im Laufe der Jahre auch teurer. Teilweise liegen die zusätzlichen Kosten im Milliardenbereich. Von der Leyen sagte bei der Übergabe, es komme nun eine „harte Managementaufgabe“ auf sie zu.

Nach Überzeugung der Experten braucht das Verteidigungsministerium eine neue Führungskultur, um derartige Probleme bei Rüstungsprojekten künftig zu verhindern. In dem Gutachten heißt es unter anderem: „Das Management von Rüstungsprojekten verlangt eine Führungskultur, in der Transparenz und Integrität gelebt werden.“

Der Expertenbericht listet insgesamt 140 Probleme und Risiken bei den größten Rüstungsprojekten der Bundeswehr auf. Von der Leyen hatte die Studie selbst in Auftrag gegeben, weil sie mit der internen Kontrolle unzufrieden war. In den vergangenen beiden Wochen waren nach und nach auch massive Mängel und Pannen bei der bestehenden Ausrüstung der Bundeswehr bekanntgeworden. dpa

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort