Zwei Brüder zündeten die Bomben in Brüssel

Brüssel  Unter den Verletzten sind auch Deutsche. Experten warnen vor Anschlägen in Deutschland.

Die Brüder Brahim El Bakraoui (links) und Khalid El Bakraoui.

Foto: dpa

Die Brüder Brahim El Bakraoui (links) und Khalid El Bakraoui. Foto: dpa

Nach den Terrorattacken in Brüssel mit mindestens 31 Toten fahndet die Polizei nach weiteren Verdächtigen und Hintermännern. Als Selbstmordattentäter identifizierte die belgische Justiz ein islamistisches Brüderpaar, das auch Verbindungen zu den Drahtziehern der Anschläge von Paris gehabt haben soll. Aus Sorge vor neuen Anschlägen blieb die höchste Terror-Warnstufe in Kraft. Unter den Verletzten der Bombenexplosionen im Flughafen und in einer U-Bahn-Station sind auch mehrere Deutsche. Das Auswärtige Amt schloss nicht mehr aus, dass auch Bundesbürger getötet wurden.

Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw bestätigte am Mittwoch in Brüssel, dass es sich bei zwei Selbstmordattentätern um die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui handelt. Beide waren belgische Staatsbürger und wegen verschiedener Taten polizeibekannt. Sie standen aber nicht unter Terrorverdacht. Nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ist einer der beiden Männer allerdings im vergangenen Jahr aus der Türkei ausgewiesen worden. Die belgischen Behörden seien von der Türkei am 14. Juli 2015 gewarnt worden, dass es sich bei dem Mann um einen „ausländischen terroristischen Kämpfer“ handele. Trotz der türkischen Warnungen hätten die Belgier den Verdächtigen aber freigelassen.

Am Dienstag sprengte sich der Ältere der Brüder auf dem Flughafen in die Luft. Kurz Zeit später zündete der Jüngere eine Bombe in der Metro-Station Maelbeek im Brüssler Europa-Viertel. Verletzt wurden mehr als 270 Menschen. Die Zahl der Toten könnte noch steigen.

Nach Angaben der belgischen Behörden wird nach einer ganzen „Reihe von Personen“ noch gesucht. Aus ermittlungstaktischen Gründen gab der Staatsanwalt aber keine näheren Auskünfte. Gestern Abend gab es auch Berichte, wonach einer der Gesuchten, Najim Laachraoui, doch bereits tot sein sollte. Er sei einer der Selbstmordattentäter gewesen, die sich am Dienstag auf dem Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt hatten, berichtete der Sender RTBF. Laachraoui soll auch an den Attentaten von Paris beteiligt gewesen sein, bei denen im November 130 Menschen getötet wurden.

In Deutschland bleibt die Gefährdungslage nach Einschätzung der Behörden indessen unverändert. „Es besteht eine hohe abstrakte Gefährdung“, teilt das Niedersächsische Innenministerium mit. Der Terror-Experte Bruno Schirra warnt allerdings im Gespräch mit unserer Zeitung vor Anschlägen auch in Deutschland: „Es ist mehr als nur wahrscheinlich: Es wird geschehen.“ Der IS-Terror folge dem simplem Prinzip, zuzuschlagen, wo dies möglich sei. Das gelte auch für Berlin oder Frankfurt.

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