Europa wirbt bei Asiaten um Vertrauen in Euro

Vientiane  Angesichts der Euro-Krise hat Europa bei einem Gipfeltreffen mit den wichtigsten asiatischen Staaten um Vertrauen geworben. EU-Ratspräsident Hermann Van Rompuy versprach am Montag in der laotischen Hauptstadt Vientiane, die Europäische Union werde ein «starker Partner» bleiben.

Die 1996 ins Leben gerufene Asem-Organisation hat nun 51 Mitglieder.

Foto: Rungroj Yongrit

Die 1996 ins Leben gerufene Asem-Organisation hat nun 51 Mitglieder. Foto: Rungroj Yongrit

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bezeichnete den Euro als «robuste Währung». «Die Dinge in Europa entwickeln sich eindeutig zum Besseren», sagte er. «Asien kann in Europas Stärke vertrauen.»

Die Euro-Krise gehört zu den wichtigsten Themen des zweitägigen Treffens, zu dem mehr als 30 Staats- und Regierungschefs aus beiden Kontinenten nach Laos gekommen sind. Der sogenannte Asem-Dialog ist ein informeller Meinungsaustausch. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich von Westerwelle vertreten. Die Europäer machten dabei auch ihr Interesse am baldigen Abschluss von Freihandelsabkommen mit Ländern wie Indien oder Singapur deutlich. Zugleich ermahnten sie China und Japan, Gebietskonflikte friedlich beizulegen.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao warnte vor weiteren Risiken für die Weltwirtschaft. Die Finanzkrise sei noch nicht vorüber. Asien sei die dynamischste Region der Welt, Europa bleibe aber eine wichtige Säule der Weltwirtschaft. «Solange wir zusammenarbeiten, können wir unsere Verantwortung, weltweites Wachstum zu fördern, meistern.»

In einem Gespräch mit dem birmanischen Staatschef Thein Sein würdigte Westerwelle die Reformen in der einstigen Militärdiktatur. Die bilateralen Beziehungen entwickelten sich erfreulich. Westerwelle äußerte sich besorgt über die Berichte zu den Unruhen zwischen Buddhisten und Muslimen in der Grenzregion zu Birma. Dort sind in diesem Jahr mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen.

Mit der Aufnahme von Norwegen, der Schweiz und Bangladesch hat der Asem-Dialog jetzt 51 Partner - fast doppelt so viele wie beim ersten Treffen 1996. Sie machen mehr als 60 Prozent des Welthandels aus. Westerwelle verwies darauf, dass beide Kontinente über gegenseitige Investitionen so stark vernetzt seien wie niemand sonst auf der Welt. Bei dem Treffen waren unter anderem auch Frankreichs Präsident François Hollande und Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew dabei. Das Treffen geht an diesem Dienstag mit einer gemeinsamen Erklärung zu Ende. Formelle Beschlüsse werden nicht gefasst. Der nächste Asem-Gipfel kommt in zwei Jahren wieder in Europa zusammen. (dpa)

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